Hybrid CrossFire im März 2008

Parallelbetrieb von Grafikkarte und integriertem AMD 780G Chipsatz

AMD hat seine Pläne für „Hybrid CrossFire“ vorgelegt. Damit sollen Besitzer von Mainboards mit integrierter Chipsatz-Grafik die Grafikleistung durch den parallelen Einsatz einer (Mainstream-)Grafikkarte deutlich verbessern können. Der erste Chipsatz, der diese Technologie unterstützt, ist der AMD 780G. Günstige Systeme sollen so durch ein billiges Upgrade bessere Spiele-Leistungen bekommen.

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Der AMD 780G Chipsatz (Codename: RS780) besitzt den RV610 Grafikkern und soll leistungsmäßig mit einer ATI Radeon HD 2400 Pro vergleichbar sein. Im 3DMark06 ist der 780G deshalb laut AMD drei- bis viermal schneller als der Vorgänger-Chipsatz, der AMD 690G.
Die ersten Hybrid CrossFire Systeme sollen auf dem AMD 780G Chipsatz basieren und lediglich die Anfang nächsten Jahres erscheinenden ATI Radeon HD 3450 und 3470 Mainstream-Grafikkarten unterstützen. Das sind die Nachfolger der Radeon HD 2400 Serie im Preisbereich unter 80 Euro.
Steckt man eine Radeon HD 3400 Grafikkarte in ein System mit AMD 780G Chipsatz, arbeiten beide Grafikkerne in 3D-Spielen parallel. Dabei dürfte als CrossFire-Modus „Alternate Frame Rendering“ zum Einsatz kommen, bei dem jede Grafikeinheit jedes zweite Bild berechnet. Nach Angaben von AMD soll dies in modernen Spielen wie Call of Duty 4, Crysis und Unreal Tournament 3 zu Leistungssteigerungen von 40 bis 70 Prozent führen.
Andere Grafikkarten, vor allem schnellere wie die Radeon HD 3800er, profitieren dagegen nicht von dieser Technologie. Offenbar müssen Chipsatz-Grafik und Grafikkarte leistungsmäßig auf ungefähr gleichem Niveau liegen, damit Hybrid CrossFire funktioniert. Die Technologie unterstützt zumindest jetzt noch nicht, dass die Chipsatz-Grafik nur jedes dritte oder vierte Bild rechnet, während die Grafikkarte den Rest übernimmt.
Allerdings erlaubt Hybrid CrossFire immerhin den Einsatz mehrerer Monitore über Chipsatz und Grafikkarte.
In der ersten Version dieser Technologie fehlt auch noch ein anderes, nicht unbedeutendes Feature, nämlich die Stromeinsparung. Zukünftige Versionen von Hybrid CrossFire werden das Abschalten der Grafikkarte im Desktop-Betrieb erlauben, wenn die integrierte Chipset-Grafik ausreicht. Die Grafikkarte wird dann erst aktiv, wenn z.B. ein 3D-Spiel gestartet wird. Dieses Feature könnte laut AMD noch im nächsten Jahr eingeführt werden, aber definitiv nicht in der ersten Version von Hybrid CrossFire, die im März 2008 erwartet wird.

Quelle: AnandTech

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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