Nvidia Tegra: All-in-One Chip

Nvidias System-on-a-Chip Lösung für MIDs - Atom-Konkurrent?

Mit den Tegra 600 und 650 hat Nvidia zwei hochintegrierte Chips für „Mobile Internet Devices“ (MID) vorgestellt. Mit den Intel Atom Prozessoren kann die Rechen-Power des ARM11-basierten Tegra nicht mithalten, aber dafür beeindrucken Grafikleistung und Größe bzw. Kleinheit. Die Tegra Chips sind nur 144mm² klein, können aber 720p High-Definition Video in Echtzeit sowohl de- als auch encodieren.

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Tegra 600 und 650 sind praktisch die größeren Schwestermodelle des bereits im Februar eingeführten APX 2500. Sie unterstützen höhere Bildschirmauflösungen und besitzen eine IDE-Schnittstelle.
Hier ein Überblick über die Features:

Nvidia Chip APX 2500 Tegra 600 Tegra 650
CPU-Takt 600 MHz 700 MHz 800 MHz
Max. Auflösung 854×480 1280×1024 1680×1050
Video Decode 720p 30fps 720p 30fps 1080p 24fps
Video Encode 720p 720p 720p
IDE Unterstützung Nein Ja Ja
Speichertakt (DDR) 166 MHz 166 MHz 200 MHz

In dem 144mm² kleinen Chip sind ARM11 Prozessor, GeForce Grafik Ein-Ausgabe Funktionalitäten (Flash, USB, HDMI) integriert. Ein Intel Atom Prozessor muss dagegen mit dem Poulsbo Chipsatz kombiniert werden und kommt damit etwa auf 666mm². Nvidia hat keine Zahlen für die Stromaufnahme der Tegra Chips genannt, lediglich für das Abspielen eines HD-Videos soll der Chip nur 300 mW benötigen. Man darf wohl damit rechnen, dass entsprechende Geräte eine Akku-Laufzeit von über 20 Stunden besitzen, was wahrscheinlich mehr ist als bei Atom-basierten Geräten.
Der Haken? Im Gegensatz zum Intel Atom ist die integrierte ARM11 CPU des Nvidia Tegra nicht x86-kompatibel, kann also mit Windows XP und Vista sowie entsprechenden Anwendungen nicht ohne weiteres etwas anfangen. Nach Angaben von Nvidia ist es aber kein Problem, Windows CE mit 3D-Oberfläche laufen zu lassen. Für dieses Mobil-Betriebssystem gibt es auch schon viele Anwendungen. Der Prozessor ist aber definitiv weniger leistungsfähig als ein Intel Atom, der ja auch mehr als die doppelte Taktfrequenz erreicht.
Nach Ansicht von Nvidia sollten die Computerhersteller in der Lage sein, ein Gerät auf Tegra-Basis ähnlich dem ASUS EeePC für 200 bis 250 US-Dollar anzubieten.
Nvidia versprach eine aggressive Weiterentwicklung der Tegra Serie. Schon im nächsten Jahr soll der Nachfolger bereit stehen, während Tegra III für 2010 in Aussicht gestellt wurde. Dazu wurden allerdings keine Einzelheiten genannt.


Tegra Blockdiagramm
Nvidias Vorstellung eines Tegra-Geräts

Quelle: Pressemitteilung

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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