Ausblick auf Catalyst 10.2 & 10.3

CrossFire, Ultra Low Power, Eyefinity, DisplayPort Audio, Mobility-Updates

AMD hat einen Ausblick auf die beiden kommenden ATI Catalyst Grafiktreiberversionen gegeben, die eine ganze Reihe bedeutender Neuerungen und Verbesserungen mit sich bringen. Diese betreffen vor allem den CrossFire-Betrieb mit zwei Grafikkarten parallel: es wird mehr Updates geben, Eyefinity funktioniert nun damit und die zweite Karte kann im Desktop-Betrieb praktisch abgeschaltet werden. Künftig gibt es u.a. aber auch Audio über DisplayPort und monatliche Treiber-Updates für Radeon Notebook-Grafikchips.

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Auf Leistungsverbesserungen wurde laut AMD bei ATI Catalyst 10.2 und 10.3 keinen Wert gelegt. Es kann also sein, dass die Performance in einzelnen Spielen etwas steigt, aber auch etwas zurück geht – im niedrigen einstelligen Prozentbereich. AMD geht es bei den neuen Treiberversionen fast ausschließlich um die neuen Features.
Mit dem ATI Catalyst 10.2 werden die CrossFire-Profile aus dem eigentlichen Treiber herausgelöst und in eine eigene XML-Datei ausgelagert. Was es bringt? Mit CrossFire-Profilen laufen Dual-Grafikkarten-Systeme schneller in den einzelnen Spielen als wenn es kein Profil für das jeweilige Spiel gibt. Durch die monatlichen Treiber-Updates gab es bislang aber nur monatlich neue Profile. Das ändert sich nun. Durch die Ausgliederung soll es nun öfter neue CrossFire-Updates geben. Die Anwender können sich bei AMD eine ausführbare Datei zur Installation der neuen CrossFire-Profile herunterladen. Die Updates sollen je nach Bedarf erscheinen.
Die XML-Datei soll laut AMD übrigens nicht vom Anwender selbst editierbar sein, das ‚Hacken‘ der Datei soll aber nicht allzu schwierig sein. Eine automatische Update-Funktion für die CrossFire-Profile gibt es zumindest anfangs noch nicht.
Ein weiteres Feature ist der ‚Schlafmodus‘ für die zweite Grafikkarte einer CrossFire-Konfiguration, wenn diese z.B. im Desktop-Betrieb nicht benötigt wird. Dieser „Ultra Low Power State“ ist für Systeme mit bis zu vier Grafikchips möglich und wird in Windows 7 und Vista automatisch aktiviert. Die Grafikkarten werden dabei nicht ganz abgeschaltet, aber fast. Es fließt nur noch ein wenig Strom, um die Grafikkarte schnell wieder ‚aufzuwecken‘, wenn sie z.B. für ein Spiel benötigt wird. Laut AMD soll der Stromverbrauch mit zwei Radeon HD 5870 dadurch um bis zu 12 Watt sinken.
Mit dem Catalyst 10.2 ist die Spielbeschleunigung durch eine zweite Grafikkarte im CrossFire-Betrieb nun auch mit ATI Eyefinity kompatibel. Gaming auf drei Monitoren nutzt also nun beide Grafikchips.
Der Plan von AMD ist außerdem, den CrossFire-Programmcode ganz aus dem 3D-Treiber in eine eigene Komponente auszulagern, was den Anwender aber eigentlich nicht betrifft. Die Algorithmen für ATI CrossFire sind für die verschiedenen Grafikprodukte bzw. Direct3D und OpenGL gleich. Durch die Ausgliederung kann man schneller neue Techniken einführen. Geplant ist u.a. CrossFire mit einem integrierten High-End-Chipsatz und einer Mainstream-Grafikkarte. Dazu gibt es aber noch keine Details.
Zuguterletzt ist mit dem Catalyst 10.2 auch erstmals Audio über den DisplayPort-Anschluss möglich. Besitzt der über DisplayPort angeschlossene Monitor eigene Lautsprecher, spart man sich so ein weiteres Kabel.

Mit dem ATI Catalyst 10.3 gibt es weitere neue Features. So wird dieser 3D-Stereo unterstützen. AMD setzt dabei nicht auf eine eigene Lösung wie Nvidia, sondern öffnet diese für andere Firmen. Entsprechende 3D-Brillen wird man deshalb nicht von AMD bekommen, sondern bei Drittanbietern.
Außerdem wird der Catalyst 10.3 einige Verbesserungen für ATI Eyefinity bieten. Mit „Display Bezel Compensation“ soll man sehr einfach per integriertem Tool die Berücksichtigung der Monitorränder einstellen können. Bislang wird das Bild einfach auf dem linken und rechten Monitor fortgesetzt, was zu einer Verzerrung führt. Stellt man die Monitorränder ein, z.B. zweimal 1,5 cm, fehlt einem im Sichtfeld zwar der vertikale Bereich ‚hinter‘ den Monitorrändern, das Bild sieht insgesamt aber natürlicher aus.
Außerdem kann man Farben, Helligkeit und Kontrast künftig für jeden angeschlossenen Monitor einzeln einstellen.
Gute Nachricht für Besitzer von Notebooks mit ATI Mobility Radeon Grafikchips: Ab dem Catalyst 10.3 wird es auch monatliche Updates für diese Grafikprodukte geben – mit Einschränkungen. Bislang war man hier auf die Treiber-Updates der Notebook-Hersteller oder ‚gemoddete‘ Treiber angewiesen, demnächst gibt es diese direkt von AMD. Unterstützt werden ATI Mobility Radeon HD 2000, 3000, 4000 und künftige Chips sowie Windows 7 und Vista und – das ist die erwähnte Einschränkung – „die meisten“ Notebook-Hersteller. AMD hat den Herstellern diese Treiber-Unterstützung angeboten und die allermeisten machen mit, drei aber nicht. Die Treiber-Updates werden sich demnach nicht auf Notebooks von Sony, Toshiba und Panasonic installieren lassen. Diese drei Hersteller haben sich entschlossen, nicht an diesem Treiberprogramm teilzunehmen.

Der ATI Catalyst 10.2 soll heute erscheinen, die Version 10.3 im März.

Übersicht: neue Features und Verbesserungen in Catalyst 10.2. und 10.3
Mehr Updates für CrossFire-Profile
Ultra Low Power für zweite Grafikkarte, wenn nicht benötigt
Bis zu 12 Watt Ersparnis
Eyefinity jetzt auch in CrossFire-PCs
Korrektur für Monitorränder, Bildeinstellung für einzelne Monitore
Verbesserungen für ATI Eyefinity
Monatliche Updates für ATI Mobility Radeon Anwender

Quelle: Eigene

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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