Analysten: 3D abgewürgt?

Exklusivbundles schaden der Adoptionsrate

Die Analysten der Firma Screen Digest warnen die Hersteller von 3D-Geräten, dass der aktuelle Trend zu Exklusiv-Paketen mit 3D-Blu-rays und Shutter-Brillen oder 3D-Fernsehern das Format potentiell zu Grabe trägt. Aktuell ist das Gros der 3D-Blu-rays an Bundles mit Hardware bestimmter Hersteller gebunden und kann nicht frei erworben werden: Bis Weihnachten sollen noch 25 3D-Blu-rays erscheinen, aber nur sechs sind nicht an 3D-Hardware-Bundles gekoppelt. Das bestärke potentielle Kunden laut Screen Digest nur darin mangels frei erhältlicher Inhalte auf 3D-Geräte zu verzichten.

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Zudem warnt Screen Digest, dass noch gar nicht alle Hersteller 3D-Blu-ray-Player und 3D-Fernseher anbieten würden, da sie zunächst auf eine aus ihrer Sicht ausreichende Kundenbasis warteten. Diese entstehe jedoch nur, wenn interessante Inhalte verfügbar seien. Mit der aktuellen Strategie schade sich die Industrie somit nur selbst.

Nicht alle stimmen Screen Digest zu. Bill Hunt von Digital bits erklärt: „Es gibt nicht genug 3D-Blu-ray-Player und 3D-TVs um eine breite Veröffentlichung der Filme profitabel zu machen. Aus diesem Grund nutzen Studios die Filme lieber als kleine Anreize, um erstmal mehr Hardware zu verkaufen. Erst danach ist es lohnenswert die 3D-Blu-rays nochmals für einen breiten Markt bereit zu stellen“.

Dem stimmt auch Stephanie Prange, Chefredakteurin des Home Media Magazines, zu. Ihrer Ansicht nach seien 3D-Bundles „ein cleverer Schachzug“, um Käufern von 3D-Geräten direkt großartige Inhalte bereitzustellen.

Die Anwender der Website Blu-ray.com stimmen wiederum Screen Digest zu: In einer Umfrage antworteten 90 % der Befragten, dass sie glaubten, dass die 3D-Exklusivbundles den Hardware-Verkäufen eher schadeten. Dem stimmen die Redakteure der Website High-Def-Digest ebenfalls zu: Sie wählten 3D-Exklusivbundles in die nervigsten Blu-ray-Trends hinein und schlussfolgerten: „3D wird von Anfang an zu Grabe getragen, indem Kunden dazu gezwungen werden Kaufentscheidungen nicht nach der Leistungsfähigkeit der Hardware zu treffen, sondern danach ob ein Film beiliegt, der ihnen gefällt“. Das Resultat sei: „Wow, man kauft sich einen 3D-Fernseher für Tausende von US-Dollars, um ein paar Kinderfilme zu sehen. Und selbst von denen sind nur wenige erhältlich“.

Das Thema 3D-Bundles wird damit sowohl potentielle Kunden als auch Fachjournalisten in Zukunft noch weiter spalten.

Quelle: Blu-ray.com

André Westphal

Redakteur

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