Gaikai: Konkurrenz für OnLive

"Mass Effect 2" und Co. im Browser spielen

Mit OnLive gibt es in den USA seit längerem einen Cloud-Gaming-Dienst, der das Spielen von Top-Titeln ohne aufwändige Hardware ermöglicht. Jetzt bekommt OnLive mit Gaikai ernsthafte Konkurrenz. Auch Gaikai bietet Cloud-Gaming an und hat sich in Electronic Arts einen starken Partner gesichert. So können auch deutsche Anwender auf der Website des Unternehmens aktuell Spiele wie „Dead Space 2“, „Mass Effect 2“ oder „Die Sims 3“ als Demos im Browser anspielen. Lediglich der Flash-Player und Java-Support sowie ausreichend Bandbreite sind nötig.

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Dave Perry, den viele noch als ehemaligen Kopf des Kult-Entwicklerstudios Shiny Entertainment („Earthworm Jim“) kennen, gibt sich euphorisch gegenüber dem Gaikai-Projekt: „Wir haben das schnellste interaktive Netzwerk der Welt und haben in zwölf Ländern 24 Server-Zentren im Betrieb.“ Perry ist für Gaikai verantwortlich und hat anspruchsvolle Ziele: „Es ist unser Ziel Daten-Zentren in jeder wichtigen Stadt der Welt zu errichten und diese mit den ISPs der jeweiligen Region zu verbinden.“

Aktuell laufen die Spiele bereits relativ gut: „Mass Effect 2“ zeigt keine bedeutsamen Verzögerungen, ruckelt allerdings ab und an. Großer Nachteil des Streaming-Angebots: Die Spiele liegen nur im Seitenverhältnis 4:3 vor und auf höchste Auflösungen müssen Spieler verzichten. Dementsprechend sieht Perry Gaikai weniger als Ersatz für herkömmliche Vertriebswege und mehr als Ergänzung: „Unser Fokus liegt auf Werbung. Wir können jedes Spiel im ganzen Web zeigen. Laut unseren Daten ist es für rund 95 % der Spieler ’wichtig’ oder ’sehr wichtig’, ein Spiel vor dem Kauf ausprobieren zu können.“ Im Grunde stellt Gaikai unkompliziert Testversionen von Spielen bereit, die eventuell Anwender zum Kauf der Vollversion motivieren können: „Ich möchte an den Punkt gelangen, an dem man jedes Spiel antesten kann – ohne Aufwand, ohne Download, Installation, Patches und das ganze Drumherum“, erklärt Perry.

Langfristig sei das Ziel sich auf ähnlich großer Fläche zu etablieren wie YouTube: „Anstatt nur ein Portal zu bauen, auf dem man Videos ansehen kann, hat YouTube die Möglichkeit geschaffen Videos im gesamten Web einzubinden. Wir machen das Gleiche mit Spielen: Wenn man den Test zu einem Spiel liest, kann man auf der selben Website dann sofort den jeweiligen Titel antesten.“

Perrys Pläne klingen vielversprechend. Nun muss man abwarten wie sich Gaikai in der Praxis durchsetzt.

Quelle: Gaikai

André Westphal

Redakteur

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