Foxconn vergleicht Arbeiter mit Tieren

Geschäftsführer schockiert mit einer Ansprache

Obgleich Foxconn, wie so gut wie alle Firmen heutzutage, auf seinem Online-Portal stolz mit seiner „Social Environment Responsibility“ wirbt, ist das Unternehmen für die desaströsen Arbeitsbedingungen in seinen Fabriken bekannt. 2011 geriet Foxconn wiederholt wegen zahlreicher Selbstmorde seiner Arbeiter in die öffentliche Kritik. Zumindest die Unternehmensführung scheint das aber nicht sensibilisiert zu haben, denn der Aufsichtsratsvorsitzende, Hon Hai, verglich die Arbeiter in den Produktionsstätten Foxconns mit Tieren und sich selbst mit einem Zoodirektor.

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So erklärte Hai in einer Sitzung mit seinen Managern er habe sich bereits beim Direktor des Zoos in Taipeh Tipps für den Umgang mit seinen Arbeitern geholt – Menschen seien letzten Endes ja auch nichts anderes als Tiere. Natürlich ist möglich, dass Hai in diesem Fall nur scherzte, angesichts der bekannten Zustände in Foxconns Fabriken, ist die Bemerkung aber mehr als makaber.

Foxconns Arbeiter schlafen teilweise mit 15 Personen in Zimmern mit 13,5 Quadratmetern Größe. Krankheit und Verletzung führt zur sofortigen Entlassung. Die reguläre, tägliche Arbeitszeit beträgt 12 Stunden. Veröffentlicht einer der wichtigsten Foxconn-Auftraggeber, Apple, allerdings ein neues Produkt, kann diese Zeit auf 16 Stunden und mehr ansteigen. Der Monatslohn beträgt gerade einmal knapp 195 Euro. Zusätzlich soll Foxconn Minderjährige beschäftigen: 5 % der Mitarbeiter sind laut Kollegen, welche die Fabriken begutachten konnten, minderjährig und zum Teil nur 12 Jahre alt.

Der Grund, aus dem sich die Zustände nicht bessern, ist einfach: Foxconn fertigt sehr günstig und beliefert andere Hersteller mit den zusammengebauten Produkten. Jeder Kostenanstieg, also etwa Invesitionen in bessere Arbeitsbedingungen, beträfe auch Foxconns Partner und deren Produkte. Entsprechend sind viele Erklärungen gegenüber der Presse, man wolle die internen Zustände verbessern, letzten Endes Augenwischerei, denn die wirtschaftlichen Interessen der Beteiligten stehen dem entgegen.

Quelle: DigitalTrends

André Westphal

Redakteur

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