AMD macht wieder Verluste

Abschreibungen für Globalfoundries ziehen AMD ins Minus

Nach zuletzt vier positiven Quartalen in Folge musste AMD im letzten Quartal mal wieder rote Zahlen schreiben. Der Verlust von 177 Millionen US-Dollar liegt zum Großteil aber an Abschreibungen in Höhe von $209 Mio. für den ausgegliederten Chipfertiger Globalfoundries. Beim Tagesgeschäft arbeitet AMD nach eigenen Angaben immer noch profitabel.

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Der Nettogewinn des operativen Geschäfts von AMD lag im vierten Quartal 2011 bei 71 Millionen US-Dollar. Das ist zwar grundsätzlich positiv, allerdings deutlich weniger als im dritten Quartal 2011 ($138 Mio.) und im gleichen Quartal 2010 ($413 Mio.).
AMDs Umsatz des letzten Quartals betrug 1,69 Milliarden US-Dollar, was praktisch gleich ist mit dem Quartal zuvor und 2 % mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres.

Auf das Gesamtjahr 2011 bezogen kann AMD einen Nettogewinn von $491 Mio. verzeichnen – 4 % mehr als im Jahr zuvor. Der Jahresumsatz stieg gegenüber 2010 dagegen nur um 1 % auf nun $6,57 Milliarden.

AMD hat im vergangenen Jahr mehr als 30 Millionen APUs (CPUs mit integrierter Grafik) ausgeliefert, vor allem im Mobilbereich. Der Umsatz mit Prozessoren im letzten Quartal stieg gegenüber 2010 um 7 %, was laut AMD an höheren Verkaufszahlen von Mobil-CPUs und Chipsätzen lag.
Während der Prozessorbereich von AMD zulegen konnte, ging der Umsatz im Grafikbereich zurück – um 10 % im Jahresvergleich – was laut AMD an sinkenden Verkäufen von Grafikkarten lag. Trotzdem konnte AMD auch im operativen Grafikgeschäft noch einen kleinen Gewinn verzeichnen: $27 Mio. waren es im vierten Quartal 2011. 2010 waren es noch $68 Mio.

Für das erste Quartal 2012 erwartet AMD einen Umsatzrückgang von rund 8 %. Begründet wurde das nicht. Konkurrent Intel dagegen rechnet für das laufende Quartal mit einem Umsatz auf dem Niveau des vierten Quartals.

Hier der Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung von AMD und Intel seit Anfang 2006:

Quartalszahlen
Quartal Firma Umsatz Gewinn
1.2006 Intel $8.940 Mio $1.357 Mio
AMD $1.330 Mio $185 Mio
2.2006 Intel $8.009 Mio $885 Mio
AMD $1.220 Mio $89 Mio
3.2006 Intel $8.739 Mio $1.301 Mio
AMD $1.328 Mio $119 Mio
4.2006 Intel $9.694 Mio $1.501 Mio
AMD $1.773 Mio -$527 Mio
1.2007 Intel $8.852 Mio $1.636 Mio
AMD $1.233 Mio -$611 Mio
2.2007 Intel $8.680 Mio $1.278 Mio
AMD $1.378 Mio -$600 Mio
3.2007 Intel $10.090 Mio $1.860 Mio
AMD $1.632 Mio -$396 Mio
4.2007 Intel $10.712 Mio $2.271 Mio
AMD $1.770 Mio -$1.772 Mio
1.2008 Intel $9.673 Mio $1.443 Mio
AMD $1.505 Mio -$358 Mio
2.2008 Intel $9.470 Mio $1.601 Mio
AMD $1.349 Mio -$1.189 Mio
3.2008 Intel $10.217 Mio $2.014 Mio
AMD $1.776 Mio -$67 Mio
4.2008 Intel $8.226 Mio $234 Mio
AMD $1.162 Mio -$1.424 Mio
1.2009 Intel $7.145 Mio $629 Mio
AMD $1.177 Mio -$416 Mio
2.2009 Intel $8.024 Mio -$398 Mio
AMD $1.184 Mio -$330 Mio
3.2009 Intel $9.389 Mio $1.856 Mio
AMD $1.396 Mio -$128 Mio
4.2009 Intel $10.569 Mio $2.282 Mio
AMD $1.646 Mio $1.178 Mio
1.2010 Intel $10.299 Mio $2.442 Mio
AMD $1.574 Mio $257 Mio
2.2010 Intel $10.765 Mio $2.887 Mio
AMD $1.653 Mio -$47 Mio
3.2010 Intel $11.102 Mio $2.955 Mio
AMD $1.618 Mio -$118 Mio
4.2010 Intel $11.457 Mio $3.180 Mio
AMD $1.649 Mio $375 Mio
1.2011 Intel $12.847 Mio $3.160 Mio
AMD $1.610 Mio $510 Mio
2.2011 Intel $13.032 Mio $2.954 Mio
AMD $1.574 Mio $61 Mio
3.2011 Intel $14.233 Mio $3.468 Mio
AMD $1.690 Mio $97 Mio
4.2011 Intel $13.887 Mio $3.360 Mio
AMD $1.691 Mio -$177 Mio

Quelle: Pressemitteilung

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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