4K – Augenweide oder Augenwischerei? - Seite 2

Von Auflösungen, Bilddiagonalen und Sitzabständen

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Die Vorteile der 4K-Auflösung

„Ihr schreibt, 4K bedeutet, dass meine Auflösung viermal so hoch ist wie bei meinem aktuellen TV. Das kann doch nur geil sein, oder?“ Bevor wir diese Frage beantworten, schauen wir uns zunächst die praktisch greifbaren Vorteile der erhöhten Auflösung gegenüber 1080p an. Bereits 1080p bietet eine sechsmal so hohe Auflösung wie die DVD. Den Detailgewinn verdeutlicht dieses Bild. Wenn man mit der Maus darüber fährt, wechselt es zur Blu-ray-Ansicht.


Bildvergleich DVD / Blu-ray – jeweils nicht verkleinerter Ausschnitt – mit der Maus rüberfahren zum Wechseln

Wow, wie muss dann erst 4K aussehen? Natürlich sieht 4K besser aus, eignet sich aber aufgrund verschiedener Faktoren nur für bestimmte Kunden. Zunächst gibt es drei prädestinierte Zielgruppen für 4K-Geräte: Firmenkunden, weitere professionelle Anwender und Heimkino-Fans. Bevor wir uns Letzteren im Detail widmen, soll kurz auf die ersten beiden Gruppen Bezug genommen werden. So drehen Regisseure Kinofilme aktuell ohnehin bereits entweder digital oder auf Filmmaterial in 4K oder 2K (2048×1536 Bildpunkte). Firmen aus der Entertainment-Industrie können entsprechend mit hochauflösenden Displays viel anfangen. Auch als Präsentationsflächen für große Gruppen eignen sich 4K-Bildschirme ideal. Professionelle Anwender, die Bild- oder Videobearbeitung betreiben, hoffen ebenfalls auf 4K-Displays zu erschwinglichen Preisen. Hier gilt der Vorteil der höheren Auflösung nämlich nicht nur für Einzelbilder, sondern es lassen sich parallel mehrere HD-Bilder oder –Videos abrufen und bearbeiten. Es gibt demnach Kunden, für welche die höhere Auflösung einen echten Mehrwert darstellt.

Jetzt kommt jedoch die Enttäuschung: Heimkino-Besitzer haben in der Regel gar nichts oder aber nur sehr wenig von den 3840×2160 Bildpunkten – es sei denn, sie gehen zum Pixelzählen bis auf wenige Millimeter ans Bild heran oder besitzen einen eigenen High-End-Kinosaal. Das Problem ist, dass der Mehrwert der gesteigerten Auflösung und Pixeldichte bei „normalen“ Sitzabständen erst ab riesigen Bilddiagonalen erkennbar ist. Ausnahme: Wer 3D-Fan ist und auf Polarisationsbrillen setzt, muss aktuell bei Blu-ray 3D im Gegensatz zur Shutter-Technik mit der halbierten vertikalen Auflösung leben – 1920×540 Bildpunkten. Dieses Manko ließe sich durch 4K-Bildschirme umgehen. Warum die hohe Auflösung ansonsten aber weder dem Otto-Normalverbraucher noch dem Heimkino-Enthusiasten die Augen öffnet, zeigen wir jetzt.

André Westphal

Redakteur

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