AMD tief in der Verlustzone

Grund: Teure Exklusivitätsvereinbarung mit GlobalFoundries

Nach Intel hat nun auch AMD seine finanziellen Ergebnisse des ersten Quartals 2012 vorgelegt. Während Intel aber einen nach eigenen Angaben „guten Start“ hingelegt hat, muss AMD rückläufige Umsätze und einen enormen Verlust hinnehmen. Der Grund dafür: AMD zahlt viel Geld an Fertigungspartner GlobalFoundries, um sich aus einem Exklusivitätsvertrag herauszukaufen.

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AMD hatte mit GlobalFoundries vereinbart, exklusiv bei ihnen APUs mit 28 Nanometer Strukturbreite zu fertigen. Um dies nun auch woandern machen zu können, hat AMD den Vertrag aufgekündigt. Die Kosten dafür belaufen sich laut AMD auf 703 Millionen US-Dollar, die im ersten Quartal fällig wurden. So ist es kein Wunder, dass im vergangenen Quartal ein Verlust von $590 Mio. herausgekommen ist. Das operative Geschäft war laut AMD ansonsten profitabel, wenn auch nicht ganz so gut wie im Quartal zuvor, das traditionell aber ohnehin (fast) immer stärker ist.
Das ist auch bei den Umsätzen zu sehen. Im ersten Quartal verzeichnete AMD hier $1,59 Milliarden, 6 % weniger als im Quartal zuvor und 2 % weniger als im gleichen Quartal des Vorjahres.
So zeigte sich AMD-Chef Rory Read auch recht optimistisch und meinte: AMD hat im ersten Quartal solide Ergebnisse abgeliefert. Wir fokussieren uns weiterhin auf die Verbesserung unserer Arbeitsweisen, auf innovative Produkte und darauf, eine Firma zu werden, deren Strategie auf kräftigem Cash-Flow und Gewinnwachstum basiert.

Der Umsatz im Prozessorbereich von AMD sank um 8 % gegenüber dem Quartal zuvor und lag ungefähr auf dem selben Niveau wie im gleichen Quartal des Vorjahres. Das lag wohl vorrangig am etwas niedrigerem durchschnittlichen Verkaufspreis der CPUs und APUs gegenüber dem Ende des letzten Jahres.
Im Grafikbereich von AMD blieb der Umsatz im ersten Quartal gegenüber dem vierten Quartal ungefähr gleich, sank im Vergleich zum ersten Quartal 2011 aber um 7 %, was laut AMD an einer niedrigeren Nachfrage lag. Der durchschnittliche Verkaufspreis der Grafikprodukte ist im Vergleich zum Vorjahr nämlich angestiegen.

Für das aktuell laufende zweite Quartal erwartet AMD einen Umsatzanstieg von rund 3 % gegenüber dem ersten Quartal.

Hier der Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung von AMD und Intel seit Anfang 2006:

Quartalszahlen
Quartal Firma Umsatz Gewinn
1.2006 Intel $8.940 Mio $1.357 Mio
AMD $1.330 Mio $185 Mio
2.2006 Intel $8.009 Mio $885 Mio
AMD $1.220 Mio $89 Mio
3.2006 Intel $8.739 Mio $1.301 Mio
AMD $1.328 Mio $119 Mio
4.2006 Intel $9.694 Mio $1.501 Mio
AMD $1.773 Mio -$527 Mio
1.2007 Intel $8.852 Mio $1.636 Mio
AMD $1.233 Mio -$611 Mio
2.2007 Intel $8.680 Mio $1.278 Mio
AMD $1.378 Mio -$600 Mio
3.2007 Intel $10.090 Mio $1.860 Mio
AMD $1.632 Mio -$396 Mio
4.2007 Intel $10.712 Mio $2.271 Mio
AMD $1.770 Mio -$1.772 Mio
1.2008 Intel $9.673 Mio $1.443 Mio
AMD $1.505 Mio -$358 Mio
2.2008 Intel $9.470 Mio $1.601 Mio
AMD $1.349 Mio -$1.189 Mio
3.2008 Intel $10.217 Mio $2.014 Mio
AMD $1.776 Mio -$67 Mio
4.2008 Intel $8.226 Mio $234 Mio
AMD $1.162 Mio -$1.424 Mio
1.2009 Intel $7.145 Mio $629 Mio
AMD $1.177 Mio -$416 Mio
2.2009 Intel $8.024 Mio -$398 Mio
AMD $1.184 Mio -$330 Mio
3.2009 Intel $9.389 Mio $1.856 Mio
AMD $1.396 Mio -$128 Mio
4.2009 Intel $10.569 Mio $2.282 Mio
AMD $1.646 Mio $1.178 Mio
1.2010 Intel $10.299 Mio $2.442 Mio
AMD $1.574 Mio $257 Mio
2.2010 Intel $10.765 Mio $2.887 Mio
AMD $1.653 Mio -$47 Mio
3.2010 Intel $11.102 Mio $2.955 Mio
AMD $1.618 Mio -$118 Mio
4.2010 Intel $11.457 Mio $3.180 Mio
AMD $1.649 Mio $375 Mio
1.2011 Intel $12.847 Mio $3.160 Mio
AMD $1.610 Mio $510 Mio
2.2011 Intel $13.032 Mio $2.954 Mio
AMD $1.574 Mio $61 Mio
3.2011 Intel $14.233 Mio $3.468 Mio
AMD $1.690 Mio $97 Mio
4.2011 Intel $13.887 Mio $3.360 Mio
AMD $1.691 Mio -$177 Mio
1.2012 Intel $12.906 Mio $2.738 Mio
AMD $1.585 Mio -$590 Mio

Quelle: AMD

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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