Sony schlägt Microsoft K.o.

Enthüllt Details und Preis der Playstation 4

Zunächst fing die E3 für Microsoft gut an: Man stellte neue Spiele für die Xbox One vor und enthüllte den offiziellen Preis von 499 Euro. Zudem rechtfertigte man sich für den Internet-Zwang und die Gebrauchspiele-Einschränkungen und konnte insgesamt mit einer grundsoliden Präsentation einiges an Boden bei Gamern gut machen. Doch dann kam Sony und lieferte das ab, was aktuell zum Teil in der Presse und Gamer-Community als ein „Knockout“ bezeichnet wird. Damit ist der Kampf um die Next-Generation-Konsolen zwar noch lange nicht vorbei, doch Sony baut seinen Vorsprung aus.

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Die Pressekonferenz beginnt zunächst konventionell: Sony stellt weitere neue Spiele vor und bestätigt, dass man die Unterstützung für Indie-Entwickler ausbauen möchte. Anwesende nehmen dies positiv auf. Die Atmosphäre ist aber noch verhalten. Als der Geschäftsführer von Sony Computer Entertainment of America, Jack Tretton, allerdings die nächste Ankündigung macht, jubelt das Publikum wie auf einem Rockkonzert: Tretton startet einen direkten Tiefschlag gegen Microsoft und verkündet, dass die Playstation 4 mit gebrauchten Spielen haargenau so verfahren wird, wie aktuell die PS3. Das bedeutet Gamer können Spiele tauschen, verkaufen, verschenken exakt wie sie es jetzt gewohnt sind. Es wird keinerlei neue DRM-Maßnahmen geben. Auch darf die PS4 offline bleiben, solange der Besitzer lustig ist. Tretton betonte mehrfach, dass weder Spiele noch Konsole sich mit dem Internet verbinden müssen – weder alle 24 Stunden noch sonst in irgendeinem Zeitrahmen. Am Jubel des Publikums ist zu erkennen, wie sehr Microsoft diesen Aspekt unterschätzt hat. Da fällt es kaum noch ins Gewicht, dass Tretton anschließend einen kleinen Wertmutstropfen ausschenkt: In Zukunft orientiert man sich im Playstation Network an Xbox Live. Das bedeutet Multiplayer-Partien sind nur mit dem kostenpflichtigen Abo für Playstation Plus möglich.

Dank des nächsten, gezielten Angriffs gegen Microsoft, sind die Besucher der Sony-Präsentation aber weiter geradezu verblüfft: Die Sony Playstation 4 erscheint mit einer Festplatte mit 500 GByte und wird 399 Euro kosten – das sind 100 Euro weniger als eine Xbox One mit identischem Speicherplatz. Bedenkt man, dass die PS4 zudem auf Internet-Zwang und Gebrauchtspiele-Blockaden verzichtet, ist dieser Preis laut Meinung vieler Analysten extrem konkurrenzfähig für eine Next-Generation-Konsole. Zudem zeigt sich hier klar, wie unterschiedlich Microsoft und Sony mit der Gamer-Community umgehen: Während Microsoft ein breiteres Entertainment-Publikum anvisiert und eine sehr geschlossene Plattform etablieren möchte, visiert Sony Core-Gamer an. Da erscheint es logisch, dass Tretton gegen Ende de Konferenz nochmals direkt gegen Microsofts Ansatz stichelt: „Wer sich für Games genau so begeistert wie wir, der wird sich eine PS4 kaufen.“

Allerdings muss man Microsoft zugestehen, dass Sony trotzdem noch an vielen Baustellen arbeiten muss, was etwa die Benutzerfreundlichkeit der Online-Dienste oder Funktionen wie Cross-Game-Chat betrifft. Kaum jemand in der Industrie würde aktuell aber bestreiten, dass Sony im direkten Vergleich der Pressekonferenzen gegenüber Microsoft seinen Ansehens-Vorsprung bei Spielern noch ausbauen konnte.



Quelle: Eigene

André Westphal

Redakteur

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