Demos halbieren Verkaufszahlen?

Antesten schreckt angeblich ab

Laut einer Studie des ehemaligen Spieledesigners Jesse Schell, der mittlerweile eine Professur am Entertainment Technology Center der Carnegie Mellon University besetzt, halbieren Demos die Verkaufszahlen von PC- und Videospielen. Schell leitet seine Schlussfolgerungen aus der Analyse zahlreicher Daten der Firma EEDAR ab. Konkret hat er Spiele für die Xbox 360 analysiert. Demnach verkaufen sich Spiele, die durch einen Trailer beworben werden, aber ohne Demo erscheinen, innerhalb der ersten 6 Monate im Schnitt rund 525.000 mal.

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Kommt aber zum Trailer eine Demo hinzu, fallen die Verkaufszahlen auf 250.000 Eineheiten im gleichen Zeitaum. Allerdings schneiden Games, für die weder Trailer noch Demo erscheinen noch schlechter ab: Hier sinken die Verkaufszahlen laut Schell unter 100.000 Einheiten.

Man sollte diese Angaben jedoch mit großer Vorsicht genießen, da viele weitere Einflussmöglichkeiten bestehen. Etwa könnte es sein, dass die Spiele mit Demos tendenziell schlechtere Wertungen eingefahren haben oder zu besonders großen Marken einfach keine Demos erschienen sind. Speziell bei populären Open-World-Titeln wie „Assassin’s Creed“ und „The Elder Scrolls“ erscheinen aufgrund der Spielemechaniken keine Demos. Schell schlussfolgert somit sehr wackelig: „Ihr fragt mich, ob ich behaupte eine teuer erstellte Demo halbiert die Verkaufszahlen? – Ja, genau das ist meine These.“ Im Grunde vernachlässigt Schell viel zu viele Faktoren. Zumal seine Angaben zu den durchschnittlichen Verkaufszahlen bereits fragwürdig wirken – hier müsste man genau wissen, wie viele Titel er einbezogen hat. Denn Ausreißer nach oben bzw. unten könnten sonst großen Einfluss haben.

Ob Spieledemos also wirklich den Verkaufszahlen schaden, ist in Frage zu stellen.

Quelle: CVG

André Westphal

Redakteur

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