Cryteks CEO zur Zukunft des Entwicklers

Enttäuschung über "Ryse: Son of Rome" auf der Xbox One

Crytek ist mit vielen Schwierigkeiten in das Jahr 2014 gestartet: Der Entwickler musste sich zu seiner finanziellen Krise bekennen und Crytek UK sogar nach vielen Kontroversen um nicht gezahlte Gehälter und den Abgang von Schlüsselfiguren schließen. In einem langen Interview kommentiert Geschäftsführer Cevat Yerli die Lage des von ihm mit begründeten Entwicklers und bespricht die Sünden der Vergangenheit sowie die Hoffnungen für die Zukunft. Unter anderem sei Crytek enttäuscht von den Verkaufszahlen von „Ryse: Son of Rome“ auf der Xbox One.

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Kein Wunder also, dass besagtes Game bald auch für den PC erscheint. Selbst eine Version für die Playstation 4 schließt Yerli nicht mehr aus. Insgesamt scheint Crytek den Schluss daraus zu ziehen, dass man mit Multiplattform-Titeln besser fahre als mit Exklusivspielen. Laut Yerli wolle sich Crytek aber auch weiter transformieren. Die Zukunft der Industrie liege in seinen Augen in Online-Diensten und Free-2-Play-Games. Aus dem Bereich das klassischen Retail-Triple-A-Blockbuster wolle sich Crytek zumindest auf lange Sicht zurückziehen. Man habe intern aber die Kosten und notwendigen Investitionen für so einen Wandlungsprozess unterschätzt, was zu den finanziellen Schwierigkeiten übergeleitet habe.

Das habe auch dazu geführt, dass man die Rechte an der Marke „Homefront“ verkauft habe. Die Marke hätte langfristig nicht mehr zu Crytek gepasst und zu viel finanziellen und zeitlichen Aufwand verschlungen. Zu den ausstehenden Lohnzahlungen ergänzt der Crytek-CEO, dass mittlerweile alle verzögerten Gehälter gezahlt worden seien – plus Entschädigungen für die Verspätungen. Man habe den Mitarbeitern von Anfang an klar gemacht, dass jeder sein Geld erhalten werde und es lediglich um etwas Geduld gehe. Von den harschen Reaktionen sei man überrascht gewesen. Zumal auch Yerli und der Rest des Managements vorübergehend selbst auf Gehälter verzichtet und sogar privates Geld investiert habe.

Yerli schließt damit, dass Crytek eine Firma von Spielern für Spieler bleiben werde. Man verfüge über eine loyale Fanbase, zu der man immer ehrlich gewesen sei – und das werde auch so bleiben.

Quelle: Eurogamer

André Westphal

Redakteur

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