US-Regierung vs. Smartphone-Verschlüsselung

Verärgert über Apples und Googles neue Methoden

Die US-Regierung ist besorgt über die neuen Verschlüsselungstechniken der Hersteller Apple und Google. Für uns als Europäer sicherlich absurd, dass die Regierung Datensicherheit auch noch kritisiert. So klagen US-Behörden wie das FBI, dass etwa die neuen Verschlüsselungsmethoden im iOS 8 und dem kommenden Google Android L den Zugriff auf gesperrte Daten erheblich erschweren. Es entstehe eine Kluft zwischen den Regierungsinstitutionen der Vereinigten Staaten und der Technikindustrie im Silicon Valley.

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Sprecher des US Justice Departments vergleichen die neuen Verschlüsselungsmethoden mit „einem Haus, das nicht durchsucht werden kann oder einem Auto, dessen Kofferaum verschlossen bleibt“. Man versucht es also so hinzudrehen, dass mehr Datensicherheit der Bevölkerung am Ende schade, da sich Verbrechen schwerer aufklären ließen. Eine ehemalige FBI-Führungskraft, Ronald Husko, erklärt, die Verschlüsselung sei wunderbar „bis das eigene Kind entführt und missbraucht wird. Und wegen der Technik ist es nicht auffindbar.“ Die Behörden nutzen demnach extreme Szenarien, um quasi die alltägliche Datenspionage, auch bei unschuldigen Menschen, gerechtfertigt erscheinen zu lassen.

IT-Experten bezeichnen die Behauptungen der US-Behörden als überzogen: Organisationen wie das FBI hätten ohnehin ausgefeilte Methoden, um im Falle eines Falles so gut wie jede Verschlüsselung doch noch zu umgehen. Zudem könnte ein Gericht in brisanten Kriminalfällen Verdächtige zwingen ihre Daten zu entsperren. Große US-Institutionen wie das FBI, die CIA oder die NSA würden weiterhin keine Probleme haben an die angestrebten Daten zu gelangen. Bestenfalls mache man es etwa der lokalen Polizei schwerer.

Quelle: Nasdaq

André Westphal

Redakteur

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