GamerGate kostet die Industrie

Google eventuell als lachender Dritter

In den USA sorgt das sogenannte „GamerGate“ bereits seit August diesen Jahres für anhaltende Kontroversen. Im Grunde ist eine ausufernde Diskussion darum entstanden, wie korrupt die Videospiele-Berichterstattung in den USA sein könnte. Wie leider bei solchen Online-Debatten leider allzu häufig, kam jedoch keine sachliche Diskussion zustande, sondern rasch artete die Thematik in kindischen Streitereien seitens sowohl der Community aber auch der Journalisten aus.

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So gaben etwa Redakteure der Website Gawker auf Twitter abfällige Kommentare über „Nerds“ ab und zogen dadurch besonders den Zorn der Gamer auf sich. Letztere sehen sich wiederum seitens vieler Journalisten mit dem Vorwurf des Sexismus konfrontiert. Die gesamte Debatte um GamingGate an dieser Stelle aufzuschlüsseln, würde den Rahmen sprengen. Ein weiterer, detaillierter Einblick erfolgt beispielsweise hier.

In jedem Fall könnte sich dieser Zwist zwischen Community und Presse in den USA für einige Online-Magazine aber auch Hersteller und Publisher wirtschaftlich negativ auswirken. So haben in den Vereinigten Staaten selbst große Nachrichtenmagazine über die Vorfälle berichtet. Sogar Regisseure wie Joss Whedon („The Avengers“) stiegen in die Diskussion ein. Große Firmen wie Intel zogen teilweise ihre Werbekampagnen von strittigen Websites ab und ein destruktiver Kreislauf gegenseitiger Anschuldigungen und Falschdarstellungen in der gesamten Gaming-Szene war die Folge.

Dagegen versuchten Firmen wie Microsoft, Nintendo und Sony aber auch Electronic Arts, Ubisoft und Activision Blizzard sich aus der Debatte herauszuhalten. Das passt den Anhängern des GamerGate allerdings nicht, die sich klare Stellungnahmen wünschen. Tatsächlich wird auch ein Boykott diskutiert.

Als lachender Dritter könnte Google aus der Aktion hervorgehen: In den USA wandern diejenigen, welche von der vermeintlichen Korruption der traditionellen Gaming-Presse frustriert sind, ab zu beispielsweise populären YouTube-Kanälen. Das bringt Google und YouTube sowie den Video-Bloggern bereits jetzt ordentliche Zusatzeinnahmen. Auch Amazon wird vermutlich von der GamingGate-Kontroverse profitieren: Amazon hatte kürzlich die Streaming-Plattform Twitch übernommen, die sich auf Gaming spezialisiert hat. Auch hier rechnet man nun mit einem starken User-Zuwachs.

Quelle: DigiTimes

André Westphal

Redakteur

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