Hardware-DRM PlayReady 3.0 für UltraHD-Inhalte

Microsoft plant Hardware-DRM in Kombination mit Windows 10

UltraHD gilt in der Industrie als „The Next Big Thing“. Es sind allerdings nicht die geplanten UltraHD Blu-ray, sondern Streaming-Inhalte von Anbietern wie Netflix und Amazon Prime Instant Video, die aktuell als erste, hochauflösende Inhalte (3840 x 2160 Pixel) Kunden erreichen. Klar, dass die Industrie auch nach Standards fahndet, welche Raubkopien vorbeugen sollen. Aufritt Microsoft, die an einem rigiden Hardware-DRM namens „PlayReady 3.0“ getüftelt haben, welches das Betriebssystem Windows 10 und aktuelle Prozessoren und Grafiklösungen voraussetzt.

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Zu diesem Zweck hat Microsoft mit AMD, Intel, Nvidia und Qualcomm kooperiert. Inhalte in UltraHD, die PlayReady 3.0 nutzen, würden dann allerdings nur an aktuellen Rechnern mit Windows 10 und entsprechender Hardware zur Verfügung stehen. Wer ältere Technik verwendet, könnte sogar bei SD-Versionen der Filme und Serien kleben bleiben. PlayReady 3.0 soll wie gesagt Hardware-DRM sein: Davon versprechen sich die Vertriebe mehr Sicherheit als bei bisherigen, softwarebasierten Lösungen.

Offen ist für die Öffentlichkeit weitgehend noch, wie genau PlayReady 3.0 funktioniert. Microsoft erklärt lediglich vage: „Die Content-Schlüssel sind unter PlayReady niemals außerhalb des Trusted Execution Environment (TEE) und der sicheren Video-Pipeline zugänglich. Das gleiche gilt für die die unverschlüsselten und komprimierten bzw. unkomprimierten Videodaten.“ Microsoft versucht dieses DRM auch den Kunden schmackhaft zu machen, kann als Vorteil aber nur lose ins Feld führen, das Inhaber von PCs mit PlayReady 3.0 exklusive Inhalte aus Hollywood früher erhalten könnten als andere. Zudem könnte es sein, dass 4K- bzw. UltraHD-Inhalte ausschließlich mit PlayReady 3.0 an PCs zur Verfügung stehen könnten.

Bei Notebooks schade PlayReady 3.0 der Akkulaufzeit laut Microsoft nicht. Zudem sei es möglich, die Inhalte über Miracast-Dongles auch an TVs weiterzugeben. Während Microsoft immerhin schon vage über die DRM-Technik plaudert, enthalten sich AMD, Intel, Nvidia und Qualcomm eines Kommentares bzw. verweisen nur an Microsoft. Letztere erklären, man wolle PlayReady 3 auf so vielen verschiedenen Hardware-Konfigurationen möglich machen, wie es ginge. Ob die Content-Anbieter an der Technik Gefallen finden, ist aber noch offen. Richard Doherty, Analyst der Firma Envisioneering, glaubt, dass Hardware-DRM nur wenig Gegenliebe bei den Studios erzeuge: „Die Verantwortlichen halten dynamisches DRM, das Filmen, PCs oder Playern zugewiesen wird, für ausreichend.“ Zudem ist offen, ob die Kunden das Spielchen mitspielen werden, oder dann lieber auf andere Techniken setzen, um 4K- / UltraHD-Inhalte zu konsumieren.



Quelle: PCWorld

André Westphal

Redakteur

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