AMD: Laut Analysten bis 2020 insolvent

Konkurrenzfähigkeit des Herstellers langfristig nicht gegeben

Laut einer aktuellen Fallstudie aus der Kerrisdale Capital Investment Case Study Spring 2015 Competition werde der Prozessor- und Grafikkartenhersteller AMD bis 2020 insolvent sein. Die verantwortlichen Marktforscher glauben AMD habe bereits einen „Point of No Return“ erreicht und stehe an einem Abschnitt der „toxischen Mischung aus einem nicht mehr wettbewerbsfähigen Produkt-Porfolio, technischen Vorsprüngen bei der Konkurrenz, strukturellen Herausforderungen, schwacher Positionierung am Markt durch ineffektive Strategien und zunehmender finanzieller Schwäche“.

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AMD werde laut den Analysten vor allem daran scheitern, dass sich der Konzern nicht über technischen Fortschritt und gute Produkte, sondern aktuell vor allem über den Preis definiere. Derzeit könne AMD sich sozusagen nur durchmogeln, da man noch von seinem Ruf aus alten Tagen zehre. Die Geschichte von einer positiven Wende, die AMDs PR-Abteilung aktuell unter die Leute bringe, sei langfristig nicht haltbar. Intel habe bereits ein Quasi-Monopol im Segment für PC-Prozessoren erreicht. Dies habe sich etwa durch die Einstellung des Supports von Windows XP durch Microsoft gezeigt: Viele Firmen rüsteten an diesem Punkt 2014 ihre Computer auf – wovon Intel profitieren konnte, AMD hingegen nicht. Zudem habe Intel sowohl bei der Leistung als auch der Energieeffizienz gegenüber AMD alle Vorteile in der Hand. Bliebe für AMD nur noch der Kaufpreis, um sich zu halten. Auch dieses Argument verliere aber an Kraft, da die Prozessoren AMDs in den kommenden Jahren technisch noch weiter hinter Intel zurückfallen würden. Bis 2020 werde sich AMD deswegen mit der Pleite konfrontiert sehen.

Ob man dieser Prognose der Analysten zustimmen sollte? Dies ist schwer zu sagen. AMD sieht sich weiterhin im Aufwind und möchte 2016 etwa mit seinen Zen-Prozessoren Intel sogar wieder im High-End-Markt angreifen. Je nachdem, ob sich dort Erfolg einstellt, könnten die Weichen für die Zukunft des Konzerns gestellt werden.

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Quelle: ValueWalk

André Westphal

Redakteur

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