Samsung fertigt AMD Grafikchips

''Greenland'' in Korea: ab Frühjahr 2016 aus 14-nm-Produktion

Nach einem Bericht aus Korea hat sich Samsung den Auftrag von AMD gesichert, ab dem zweiten Quartal 2016 die kommenden Radeon High-End Grafikchips in der 14-nm-FinFET-Technologie zu fertigen – Codename: „Greenland“. Wie erwartet ist mit entsprechenden Grafikkarten im Herbst nächsten Jahres zu rechnen, aber auch der Wechsel des Auftragsfertigers ist bemerkenswert.

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Samsung fertigt – neben seinen eigenen Produkten – bislang Mobilchips für Apple und Qualcomm, mit AMD haben die Südkoreaner nun einen Fuß im PC-Business. Greenland soll allerdings nicht exklusiv bei Samsung, sondern auch bei GlobalFoundries produziert werden, die den gleichen 14-Nanometer-FinFET-Prozess (Low Power Plus – LPP) verwenden. GlobalFoundries hat bereits die ersten 14-nm-Chips als funktionsfähige Muster hergestellt, wie Anfang November bekannt gegeben wurde.
Ob mit der Beauftragung von Samsung gleichzeitig die langjährige Partnerschaft von AMD und TSMC, Samsungs größtem Konkurrenten in diesem Bereich, endet, ist noch nicht bekannt. Der taiwanische Auftragsfertiger produziert seit vielen Jahren die Grafikchips für AMD, zuletzt in 28 Nanometer Strukturbreite, und bereitet derzeit die Massenproduktion im 16-nm-FinFET-Prozess vor. Nach Angaben der koreanischen Zeitung Electronic Times hat AMD den Vertrag mit TSMC aufgekündigt, nachdem es immer mal wieder Probleme mit der Chipausbeute und ungenügenden Mengen gegeben habe. Allerdings könnte es durchaus sein, dass TSMC zwar nicht Greenland, aber die kommenden Mainstream-GPUs „Baffin/Ellesmere“ fertigt, die ebenfalls zur im Herbst erwarteten „Arctic Island“ Serie gehören.
Es ist noch nicht klar, in welchem Verhältnis Greenland bei Samsung und GlobalFoundries produziert werden wird. AMD wird sich dies wohl offen halten und je nach Bedarf, Chipausbeute und zur Verfügung stehenden Fertigungskapazitäten entscheiden.
Sobald die Produktion von Greenland angelaufen ist, soll Samsung auch die für Ende 2016 geplanten AMD Zen Prozessoren in der 14-nm-FinFET-LPP-Technik herstellen, heißt es. Und auch hier wird die Fertigung auf Samsung und GlobalFoundries aufgeteilt.

Die „Arctic Island“ Serie von AMD, bestehend aus „Greenland“ im High-End und „Baffin/Ellesmere“ im Mainstream-Bereich, wird gegenüber den aktuellen Radeon 300 und Fury Serien drei Verbesserungen mitbringen: neue GPU-Architektur, zweite Generation des integrierten HBM sowie 14- statt 28-Nanometer-Fertigung und die damit verbundene Verdopplung der Stromeffizienz. Gerüchte sprechen bei Greenland von 15 bis 18 Milliarden Transistoren (Fiji GPU: 8,9 Mrd.) und bis zu 32 GByte integriertem Speicher (Fiji GPU: 4 GByte), wobei 32 GByte wohl nur für die professionellen FirePro Produkte gedacht sind. Für Desktop-Grafikkarten werden bis zu 16 GByte HBM erwartet.

Samsung Wafer & Chips (Quelle: http://www.chipsetc.com/samsung.html)

Quelle: Electronic Times

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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