AMD Ryzen – die erste ‚Zen‘ CPU

''Summit Ridge'' mit 8 Kernen & 3,4 Ghz schlägt Core i7-6900K

Letzte Woche hat AMD erstmals Details zu den ersten Prozessoren auf Basis der neuen „Zen“ Mikroarchitektur genannt und auch gleich den Markennamen der kommenden Desktop-CPU verraten: „Ryzen“. Das neue Topmodell wird mit acht Kernen und 3,4 GHz Basistakt starten und soll sogar den Intel Core i7-6900K mit teilweise ähnlichen Spezifikationen schlagen.

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AMD Ryzen CPUs waren bislang unter dem Codenamen „Summit Ridge“ bekannt und sind für die AM4 Plattform für Desktop-PCs gedacht. Im ersten Quartal nächsten Jahres sollen sie erscheinen, während die Notebook-Pendants auf Zen-Basis (Raven Ridge) erst in der zweiten Jahreshälfte 2017 kommen.

Auf der eigenen Veranstaltung „New Horizon“ wurde das High-End Modell des AMD Ryzen gezeigt. Dieser Prozessor ist mit acht Kernen ausgestattet, unterstützt dank SMT (Simultaneous Multithreading – analog zu Intels Hyper-Threading) die gleichzeitige Bearbeitung von 16 Tasks, läuft mit 3,4 GHz Basistakt und besitzt 20 MByte Cache (4 MB L2- und 16 MB L3-Cache). Interessanterweise ist der Intel Core i7-6900K (Broadwell-E) mit ebenfalls 8 Kernen und 20 MByte Cache ausgestattet, läuft aber mit 3,2 GHz und kommt auf 140 Watt TDP, während der AMD Ryzen trotz höheren Taktes und gleicher Fertigungstechnik (14 nm) mit nur 95 Watt TDP auskommt. Allerdings sind die TDP-Angaben von Intel und AMD nur bedingt direkt vergleichbar.
Wie auch immer, interessant ist die höhere Energieeffizienz trotzdem. Jedenfalls soll dieser AMD Ryzen Prozessor den Core i7-6900K in Benchmarks wie Handbrake (Video-Transcoding) und Blender (Grafik- und Video-Erstellung) sowie im Spiel „Battlefield 1“ bei 4K-Auflösung schlagen – bei Basistakt ohne Hochtakten und bei gleicher Grafikkarte (GeForce Titan X).

Neben dem bekanntlich komplett neuen x86 Prozessordesign soll die Zen Architektur laut AMD 40 % mehr Befehle pro Takt ausführen können als die bisherigen CPUs dieses Herstellers, aber jetzt wurden auch weitere Neuheiten verraten, nämlich die „AMD SenseMI Technology“ (Details unten in den Bildern). Dazu gehören „Pure Power“ mit zahlreichen Sensoren zur Messung von Temperaturen, Spannungen und Geschwindigkeiten. Das soll u.a. dazu führen, dass bei gleicher Endgeschwindigkeit weniger Strom benötigt wird und dass der optimale Turbotakt selbständig gefunden wird, ohne dass manuall Overclocking betrieben werden muss. Außerdem gibt es „Extended Frequency Range“ (XFR), bei der je nach automatisch erkannter Effektivität der Kühlmethode – z.B. Luft, Wasser oder LN2 – der maximal erreichbare Takt angepasst und im Idealfall erhöht wird. Weiterhin gibt es einige intelligente Methoden u.a. auf Basis neuronaler Netzwerke aus der KI (Künstliche Intelligenz) zur Vorhersage kommender Befehle und deren optimaler Anordnung, um die Geschwindigkeit nochmals zu steigern.

Alle Einzelheiten wurden noch nicht verraten, da müssen wir noch warten, bis der tatsächliche Einführungstermin von AMD Ryzen im ersten Quartal 2017 näher rückt.

AMD Ryzen
Prognose für Gaming-Hardware
AM4 Plattform
Pure Power
Precision Boost
Extended Frequeny Range
Neural Net Prediction
Smart Prefetch

Quelle: Pressemitteilung

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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