Xiaomi Mi Mix 2 im Test: Randlos und rastlos - Seite 4

18:9-Display und Rückseite aus Keramik hinterlassen bleibenden Eindruck

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Display und Kamera

Der Bildschirm des Xiaomi Mi Mix 2 ist einerseits ein Blickfang, andererseits aber auch ein Kritikpunkt. Wie passt das zusammen? Nun, das 18:9-Format, welches wir mittlerweile auch von Geräten wie nicht nur den länger erhältlichen LG G6 und Samsung Galaxy S8, sondern auch den just veröffentlichten LG V30, Samsung Galaxy Note8 und Huawei Mate 10 Pro kennen, kommt auch beim Xiaomi Mi Mix 2 zum Einsatz. Es schindet hier besonderen Eindruck, denn in Kombination mit den geringen Rändern um den Bildschirm wirkt das Design der Vorderseite extrem modern und schnörkellos.

Allerdings ist wiederum schade, dass die Auflösung nur bei FullHD+, also 2160×1080 Pixeln verbleibt. Da bietet die Konkurrenz mit QuadHD+, etwa 2960×1440 Pixeln beim Samsung Galaxy Note 8 oder 2880×1440 Pixeln wie beim LG V30, mittlerweile mehr. Vielleicht ist der Vergleich aber auch etwas unfair, denn die Preise der genannten Konkurrenzmodelle liegen auch sehr deutlich über dem des Xiaomi Mi Mix 2. Und man kann es als Kompliment sehen, dass man das Mi Mix 2 mit derartigen Topmodellen vergleichen muss.

Das Ergebnis ist, dass das Design des Bildschirms optisch beeindruckend ist, der Bildeindruck beim Mi Mix 2 aber „sehr gut“, jedoch nicht herausragend ist. Neben der Auflösung von FullHD+ ließe sich z.B. auch die fehlende Unterstützung für HDR oder Dolby Vision als kleinen Kritikpunkt anführen.
Der Bildschirm des Xiaomi Mi Mix 2 bringt eine ausreichende Helligkeit mit, um auch bei Sonneneinstrahlung lesbar zu bleiben, und auch die Farben und Kontraste kommen auf den Punkt. Wer möchte, kann jene allerdings in den Einstellungen noch anpassen.

Beim Xiaomi Mi6 hat uns die Hauptkamera begeistert. Die Dual-Kamera des Mi6 ermöglicht einen zweifachen, verlustfreien Zoom. Zudem sind die simulierten Bokeh-Effekte wirklich gelungen. Für das Mi Mix 2 setzt Xiaomi stattdessen auf eine Single-Kamera mit 12 Megapixeln. Gemeinsam ist dem Mi6 und dem Mi Mix 2 grundsätzlich der Sony IMX386 Sensor. Trotzdem kommt man im direkten Vergleich sehr schnell zu dem Ergebnis, dass das Mi6 im Bereich Kamera klar die Nase vorn hat. So fehlt zum einen das besagte Zoom-Feature, da die zweite Linse fehlt. Zum anderen kann das Mi6 etwas mehr Details einfangen und sich auch bei schwachem Licht ein Quentchen besser positionieren.

Das heißt aber natürlich absolut nicht, dass die Kamera des Xiaomi Mi Mix 2 ein Flop wäre. Im Gegenteil, die Hauptkamera knipst sehr scharfe, detailreiche und kontrastreiche Bilder, welche alles andere als zu verachten sind. Wer eine gute Kamera wünscht, wird mit dem Mi Mix 2 an sich durchaus gut bedient. Aber im Vergleich mit anderen Modellen wie dem LG G6, dem Samsung Galaxy S8 oder auch Xiaomis eigenem Mi6, ist die Kamera eben etwas schwächer.

Die Frontkamera des Xiaomi Mi Mix 2 begnügt sich mit 5 Megapixeln. Das überrascht, denn die Kamera des Mi6 steht etwa bei 8 Megapixeln. Hier hat die Kamera allerdings im direkten Vergleich mit dem Vorgängermodell, dem Mi Mix, die Blende von f/2.2 auf f/2.0 angepasst. Für Selfie-Fans ist die Kamera immer noch in Ordnung.

Es lassen sich auch wieder extreme Verschönerungseffekte hinzuschalten (siehe obiges Bild). Die Ergebnisse sehen aber, wie im Grunde bei jeder Technik dieser Art, relativ künstlich aus. Mehr als die im Vergleich zu anderen Modellen geringe Megapixel-Anzahl stört übrigens die Positionierung. Denn dadurch, dass die Frontkamera an der Unterseite sitzt, muss man das Mi Mix 2 bei Selbstporträts folgerichtig gänzlich anders halten. Einige Apps wie Snapchat sind zudem durch die ungewöhnliche Positionierung verwirrt. Deswegen kann man das Xiaomi Mi Mix 2 für Selfie-Enthusiasten nur mit Abstrichen empfehlen.

Display, Haupt- und Frontkamera sind am Ende beim Xiaomi Mi Mix 2 allesamt gut bis sehr gut, bleiben aber etwas unter dem Niveau anderer Flaggschiffe. Bedenkt man aber wiederum das Preis-Leistungsverhältnis, dann steht das Mi Mix 2 natürlich auch in diesem Bereich mehr als ordentlich da.

André Westphal

Redakteur

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