Elephone U Pro im Test: Ernsthafte Konkurrenz für Xiaomi - Seite 4

6"-Smartphone mit Curved-Glas, Snapdragon 660 und 6/128 GByte für ca. 369 Euro

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Display und Kamera

Das Elephone U Pro hebt sich im Bezug auf den Bildschirm recht deutlich von Konkurrenzmodellen dieser Preisklasse aus China ab. Nun ist zwar das Format 18:9 mittlerweile speziell bei Importgeräten schon eher die Regel als die Ausnahme, doch ein gewölbtes AMOLED-Display kommt selbst in westlichen Gefilden selten vor. Bei einer Diagonale von 5,99 Zoll legt das Smartphone eine Auflösung von 2.160 x 1.080 Bildpunkten (FullHD+) an. Ab Werk war der Bildschirm in unserem Test zunächst mit einem gehörigen Gelbstich versehen. Interessanterweise verschwand jener durch manuelle Verstellung der Farben, welche man über einen Regler von „Warm“ nach „Kalt“ stellen kann, zunächst nur temporär. Ein Update seitens Elephone, das uns im Testzeitraum erreicht hat, behob diesen Bug allerdings.

Ansonsten punktet der Bildschirm des Elephone U Pro mit Zehn-Punkte-Touch und dem unendlichen Kontrast, den man von OLED-Displays kennt. Da die Helligkeit im direkten Vergleich mit LCD-Pendants natürlich niedriger ausfällt, ist die Lesbarkeit technikbedingt bei Sonneneinstrahlung schlechter als bei gleich teuren Modellen mit LC-Displays. Allerdings sollte man hier nicht zu hart mit dem Elephone U Pro ins Gericht gehen, denn OLED-Modelle sind einfach von Natur aus weniger hell als LCD-Varianten.

Insgesamt hat Elephone für das U Pro einen tollen Bildschirm integriert, welcher AMOLED-Freunden das Wasser im Munde zusammen laufen lassen wird, die nicht das Geld für ein High-End-Smartphone in die Hand nehmen können oder wollen.

Die Kamera ist leider der Schwachpunkt des Elephpone U Pro. So kennen erfahrene Nutzer das Spielchen: Oft sparen die China-Hersteller bei der Kamera und verbauen zwar Sensoren mit hohen Megapixel-Zahlen, die Qualität der Bilder lässt aber dank exzessiver Interpolierung und Filterung zu wünschen übrig.
Elephone setzt in diesem Fall auf eine Dual-Kamera mit zweimal 13 Megapixeln und einer Blende von f/2.2. Dabei arbeitet der Autofokus im Test gut und schnell. Allerdings tendiert das Elephone U Pro dazu, die Helligkeit zu niedrig einzustellen und filtert selbst bei Tageslicht sichtbar nach.

Das Ergebnis sind Fotos, die für die Mittelklasse zwar gerade noch „in Ordnung“ sind, aber mehr leider keinesfalls. Immerhin beherrscht die Kamera auch 4K-Videos mit bis zu 30 fps.
Der elektronische Bildstabilisator wiederum lässt sich nur bis zu 1080p-Auflösungen zuschalten.
Außerdem ist der Bokeh-Modus der Dual-Kamera eher eine Enttäuschung. In unserem Tests funktionierte er nur bei ca. einem Drittel der Aufnahmen. Da bietet das Xiaomi Mi A1 für weniger Geld in diesem Fall eine deutlich bessere und verlässlichere Dual-Kamera.

Bei schwachem Licht rauschen die Aufnahmen des Elephone U Pro zudem deftig oder alternativ fallen alle Details exzessiver Filterung zum Opfer – je nachdem wie die Software beschließt einzugreifen.

Die Frontkamera wiederum ist überraschenderweise besser aufgestellt als die Hauptkamera. Sie fällt zwar nicht extrem aus dem Rahmen, liefert aber bei ausreichend Licht mit ihren 8 Megapixeln gute Selfies.

André Westphal

Redakteur

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