AMD 4700S: Konsolen-Chips erscheinen für den PC

GPU des SoCs ist allerdings deaktiviert

Die aktuellen Lieferengpässe im Bereich der Halbleiter machen die Hersteller kreativ: AMD zweckentfremdet nun SoCs, die eigentlich für Spielekonsolen gedacht gewesen sind und verkauft sie stattdessen für PCs. Konkret verscherbelt man das Ergebnis als AMD 4700S. Dabei handelt es sich um die sogenannten AMD 4700S mit acht Kernen. Allerdings hat die Sache einen Haken, denn die integrierte GPU ist deaktiviert. Der Prozessor verfügt über acht Kerne, die auf der Architektur Zen 2 basieren.

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Es entsteht der Eindruck, dass AMD hier Chips weiterverwertet, die nicht den Qualitätsansprüchen der Konsolenhersteller genügen. Offen ist aber, ob es sich hier um Chips handelt, die ursprünglich für die Xbox Series X oder die PlayStation 5 gedacht gewesen sind. Angeboten wird der AMD 4700S in Kits: Er ist dann auf einem Mini-ITX-Mainboard direkt aufgelötet und auch ein Kühler sowie eine noch unbestimmte Menge GDDR6-RAM sind schon an Bord. In der EU ist das Kit aber aktuell noch nicht zu haben.

Ein Nachteil ist, dass nicht nur die integrierte Grafikeinheit deaktiviert wurde, auch sind nur vier Lanes für PCI Express 2.0 x16 vorhanden. Das bremst dann aktuelle Grafikkarten in Spielen natürlich aus. Diese Vorgehensweise dürfte der Tatsache geschuldet sein, dass die Chips der Konsolen eben eigentlich nicht für die Kombination mit diskreten Grafiklösungen gedacht sind, weil ja ein integrierter Grafikkern vorhanden ist. Da letzterer hier außer Funktion ist, gibt es diese seltsamen Rattenschwänze.

Laut AMDs Produktseite seien die Kits mit den 4700S primär für den Office-Bereich gedacht. PCIe-SSDs lassen sich ebenfalls nicht nutzen, da die Boards lediglich den Anschluss via SATA 6G erlauben. Zudem sind noch als Schnittstellen achtmal USB, dreimal davon mit 10 Gbit/s (USB 3.2 Gen 2), Gigabit-Ethernet und Audio vorhanden. Eigentlich sind die AMD 4700S wohl nicht für Privatkunden gedacht, könnten aber dennoch bei Händlern wie AliExpress auftauchen.

Quelle: AMD

André Westphal

Redakteur

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