Während Intel seine kommenden „Wildcat Lake“ Prozessoren offiziell noch nicht breit vermarktet, tauchen in China bereits die ersten Notebooks mit den neuen Core 300 Chips auf. Besonders interessant: Die Geräte positionieren sich klar gegen Apples günstige MacBook-Modelle und setzen dabei auf moderne KI-Hardware, schnelle LPDDR5X-Speicherlösungen und aggressive Preise.
Das bislang günstigste bekannte Notebook mit „Wildcat Lake“ CPU ist das neue Chuwi UniBook. Im Inneren arbeitet ein Intel Core 3 304 – aktuell der kleinste Prozessor der neuen Serie und zugleich der einzige Ableger mit fünf CPU-Kernen. Die Ausstattung des UunBook umfasst neben dem Core 3 304 mit einem Performance- und vier Low-Power-Effizienzkernen 8 GByte LPDDR5X-RAM mit bis zu 7.467 MT/s, eine 256 GByte große SSD, ein 14-Zoll-IPS-Display mit 1920×1200 Pixeln und Windows 11 Pro.
Besonders spannend ist die Positionierung des Geräts: Das UniBook tritt direkt gegen Apples Einstiegs-Notebook MacBook Neo mit vergleichbaren Spezifikationen bei Hauptspeicher sowie SSD an und soll eine Alternative für Nutzer bieten, die weiterhin auf Windows und die x86-Plattform setzen wollen.
Parallel dazu listen inzwischen mehrere große Hersteller ihre eigenen „Wildcat Lake“ Modelle beim chinesischen Händler JD.com. Dazu gehören unter anderem das ASUS Fearless 14SE 2026, das HP OmniBook 3 und das Honor Notebook X14 2026 Combat Edition. Alle drei Geräte setzen auf den stärkeren Intel Core 5 320 mit sechs CPU-Kernen (2x Performance, 4x LP-E). Zudem fällt die Ausstattung deutlich großzügiger aus als beim Chuwi-Modell.
Diese drei Wildcat-Lake-Laptops setzen alle auf 16 GByte LPDDR5X-RAM, eine 512 GByte große SSD und moderne KI- sowie Multimedia-Beschleunigung auf Basis des Intel Core 5 320 Prozessors. Die Preise sind dabei überraschend aggressiv gestaltet: ASUS Fearless 14SE 2026 für derzeit umgerechnet 581 Euro (4599 RMB), Honor Notebook X14 2026 für rund 556 Euro (4399 RMB) und HP OmniBook 3 für etwa 644 Euro (5099 RMB).
Damit wollen die Hersteller offenbar gezielt den Einstiegsmarkt attackieren, den Apple mit seinen günstigeren MacBook-Modellen zunehmend dominiert. Zwar sind Windows und macOS sowie die CPUs (Intel Core 300 und Apple A18) nur bedingt vergleichbar, aber die drei letztgenannten neuen Windows-Geräte bieten doppelt so viel Arbeitsspeicher und SSD-Kapazität wie das MacBook Neo.
Technisch markiert „Wildcat Lake“ einen wichtigen Schritt für Intel. Die Plattform basiert auf Intels eigener 18A-Fertigung, die als zentrale Zukunftstechnologie des Unternehmens gilt. Die SoCs kombinieren mehrere Komponenten: Bis zu sechs CPU-Kerne, NPU 5 mit 40 TOPS INT8-Leistung, Xe-Grafikeinheit mit bis zu zwei Xe3-Kernen und Xe Display- und Media-Engine. Damit positioniert Intel die Chips als moderne KI-PC-Plattformen für Copilot+-ähnliche Funktionen und lokale KI-Beschleunigung.
Auch beim Speicher geht Intel neue Wege. Unterstützt werden LPDDR5X mit bis zu 7.467 MT/s und DDR5 mit bis zu 6.400 MT/s. Zusätzlich integriert Intel einen 4 MByte gro0en Cache auf der Speicherseite, der Zugriffe beschleunigen und Aufgaben effizient puffern soll. Die I/O-Funktionen befinden sich auf einem separaten Die und fallen überraschend umfangreich aus. Unterstützt werden unter anderem: 6 PCIe-Gen4-Lanes, 2x Thunderbolt 4, 2x USB 3.2, bis zu 8x USB 2.0, Wi-Fi 7 sowie Bluetooth 6.0.
Gerade Wi-Fi 7 dürfte im günstigen Notebook-Segment ein starkes Verkaufsargument werden, da viele aktuelle Geräte in dieser Preisklasse noch auf ältere Funkstandards setzen. Sollten die Geräte auch international zu ähnlichen Preisen erscheinen, könnte Intel gemeinsam mit ASUS, HP, Honor und Chuwi erheblichen Druck auf Apple sowie Qualcomm-basierte Windows-on-ARM-Systeme ausüben.
Quelle: Videocardz




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