Intel investiert 5 Milliarden Euro in Irland

Ausbau der Chipfertigung trotz Sparkurs

Während Intel in den vergangenen Monaten zahlreiche Sparmaßnahmen umgesetzt, den Bau neuer Fabriken in Deutschland und Polen gestoppt und weltweit Tausende Stellen abgebaut hat, setzt der US-Halbleiterhersteller an anderer Stelle ein deutliches Zeichen: Das Unternehmen investiert weitere 5 Milliarden Euro in seinen irischen Standort Leixlip und stärkt damit seine wichtigste Produktionsstätte in Europa.

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Die Investition mag auf den ersten Blick überraschen. Schließlich befindet sich Intel Foundry weiterhin in einer schwierigen finanziellen Lage und schreibt hohe Verluste. Dennoch verfolgt der Konzern unter CEO Lip-Bu Tan offenbar eine klare Strategie: Statt neue Fabriken zu errichten, sollen bestehende Standorte mit modernster Fertigungstechnik ausgebaut und effizienter genutzt werden. Genau diesem Ansatz folgt nun auch das milliardenschwere Projekt in Irland.

Die 5 Milliarden Euro fließen in den Ausbau des Campus in Leixlip westlich von Dublin, auf dem sich Intels europäisches Fertigungszentrum befindet. Geplant sind unter anderem neue Produktionsanlagen, eine stärkere Vernetzung der bestehenden Fabriken, zusätzliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie umfangreiche Schulungsprogramme für die Belegschaft. Ziel ist es, die Produktionskapazität für moderne Halbleiter weiter zu erhöhen und die steigende Nachfrage nach Chips für KI-Anwendungen sowie High-Performance-Computing zu bedienen.

Der Standort nimmt innerhalb des Intel-Konzerns eine Schlüsselrolle ein. Bereits heute produziert die Fab 34 in Leixlip Chips auf Basis der Intel-3-Fertigung und gilt als modernste Halbleiterfabrik Europas. Seit der Eröffnung im Jahr 2023 ist sie die erste europäische Fertigungsstätte, die EUV-Lithografie im großen Maßstab einsetzt.

Intel ist bereits seit 1989 in Irland vertreten und hat dort inzwischen rund 30 Milliarden Euro investiert. Mehr als die Hälfte dieser Summe floss allein zwischen 2019 und 2023 in den Ausbau der Fertigungskapazitäten. Aktuell beschäftigt Intel rund 4900 Mitarbeiter in Irland, durch das neue Investitionsprogramm sollen mehrere hundert zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Erst im April hatte Intel zudem den 49-prozentigen Anteil des Finanzinvestors Apollo an der gemeinsamen Fab-34-Gesellschaft für rund 14,2 Milliarden US-Dollar zurückgekauft. Damit befindet sich die moderne Fertigungsanlage wieder vollständig im Besitz des Unternehmens.

Intel-Campus mit Chipfabrik in Irland (Quelle: Intel)

Für Europa ist die Ankündigung dennoch mit einem bitteren Beigeschmack verbunden. Während Irland von neuen Milliardeninvestitionen profitiert, wurden die ursprünglich angekündigten Großprojekte in Magdeburg und Polen im vergangenen Jahr endgültig gestrichen. Intel hatte seine europäischen Ausbaupläne angesichts der finanziellen Situation grundlegend überarbeitet und konzentriert sich nun auf bestehende Standorte mit bereits vorhandener Infrastruktur.

Gerade deshalb dürfte die Entscheidung für Leixlip auch ein Signal sein: Intel verabschiedet sich offenbar nicht von Europa, sondern setzt künftig stärker auf gezielte Modernisierung statt auf kostspielige Neubauten. Mit der wachsenden Nachfrage nach KI-Beschleunigern und Server-Prozessoren könnte sich diese Strategie langfristig als wirtschaftlich sinnvoller erweisen – insbesondere, wenn vorhandene Fertigungskapazitäten schneller erweitert als komplett neue Fabriken gebaut werden können.

Quelle: Intel

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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