Die Preise für DRAM haben 2026 deutlich angezogen. Wie eine Analyse von Kurnal Insights zeigt, erreicht Speicher inzwischen beim theoretischen Verkaufswert pro Quadratmillimeter ein Niveau, das über dem von modernem Compute-Silizium liegt. Der Vergleich verdeutlicht damit, wie stark die KI-Nachfrage den Speichermarkt verändert hat.
Ausgangspunkt der Berechnung sind geschätzte Preise für 300-mm-Wafer bei TSMC. Für den N3-Prozess werden rund 20.000 US-Dollar pro Wafer angesetzt. Auf die gesamte Waferfläche umgerechnet entspricht das etwa 0,283 US-Dollar pro mm². Für den neueren N2-Prozess werden rund 30.000 US-Dollar beziehungsweise 0,424 US-Dollar pro mm² angenommen. Die Werte sind allerdings nicht offiziell von TSMC bestätigt.
Bei DRAM funktioniert die Rechnung etwas anders. Kurnal Insights setzt einen Speicherpreis von 1,50 US-Dollar pro Gigabit an und kombiniert diesen mit der jeweiligen Bitdichte verschiedener DRAM-Generationen. Bei 1y-DRAM ergeben sich damit rund 0,329 US-Dollar pro mm². 1z-DRAM kommt auf etwa 0,410 US-Dollar und 1b-DRAM sogar auf rund 0,654 US-Dollar pro mm².
Damit würde moderne 1b-DRAM-Fläche theoretisch einen höheren Wert erzielen als die angenommene N2-Waferfläche von TSMC. Der Unterschied gegenüber N3 ist noch größer.
Die Zahlen dürfen allerdings nicht dahingehend interpretiert werden, dass die Produktion eines DRAM-Chips inzwischen mehr kostet als die Fertigung eines modernen Prozessor- oder GPU-Dies. Genau hier liegt der entscheidende Unterschied des Vergleichs.
Bei TSMC handelt es sich um einen angenommenen Preis für die Fertigung eines kompletten Wafers. Bei DRAM wird dagegen der mögliche Verkaufserlös des auf einer bestimmten Siliziumfläche gespeicherten Speichers betrachtet. Es werden also unterschiedliche Größen miteinander verglichen.
Zudem bleiben wichtige Faktoren wie Ausschuss, Ausbeute (Yield), Randbereiche des Wafers, Teststrukturen und das spätere Packaging unberücksichtigt. Gerade bei komplexen Compute-Chips können außerdem fortschrittliche Packaging-Verfahren erhebliche zusätzliche Kosten verursachen.
Interessant ist allerdings, dass die angenommene DRAM-Bewertung von 1,50 US-Dollar pro Gigabit relativ gut zu den aktuellen Spotpreisen passt. Für 16-Gbit-DDR5 wurden am 21. September durchschnittlich 24,80 US-Dollar genannt, was rund 1,55 US-Dollar pro Gigabit entspricht. Bei diesem Preis steigt der rechnerische Wert von 1b-DRAM auf etwa 0,676 US-Dollar pro mm².
Hinter der Entwicklung steht vor allem die stark gestiegene Nachfrage nach Speicher für KI-Systeme. Hersteller verlagern Kapazitäten in Richtung Server-DRAM und insbesondere HBM (High-Bandwidth Memory), wodurch weniger Produktionskapazität für klassische Speichermärkte zur Verfügung steht. Die Marktforscher von TrendForce erwarteten zuletzt auch für das dritte Quartal 2026 weiter steigende DRAM-Vertragspreise.
Besonders HBM verschärft den Flächenbedarf. Micron bezifferte den Siliziumbedarf von HBM im Vergleich zu DDR5 auf etwa das Dreifache für dieselbe Speicherkapazität. Gleichzeitig erzielt HBM deutlich höhere Preise pro Bit. Für die PC-Branche bedeutet das eine ungewöhnliche Situation: Während bei Prozessoren und GPUs die modernsten Fertigungsprozesse mit immer höheren Waferpreisen verbunden sind, kann DRAM aufgrund der aktuellen Marktlage auf derselben Fläche einen außergewöhnlich hohen Verkaufserlös erzielen.
Der Vergleich zeigt weniger, dass DRAM technisch oder bei den Herstellungskosten „teurer“ als moderne Prozessoren geworden ist. Er verdeutlicht vielmehr, wie stark sich der wirtschaftliche Wert von Speicherfläche durch die KI-Nachfrage verändert hat.
Auf Basis der verwendeten Annahmen erreicht 1b-DRAM einen theoretischen Wert von rund 0,654 US-Dollar pro mm² und liegt damit über den angenommenen 0,424 US-Dollar für TSMCs N2. Die Rechnung ist wegen unterschiedlicher Preisdefinitionen, unbekannter Vertragskonditionen und fehlender Kostenfaktoren kein direkter Profitvergleich. Sie liefert aber einen eindrucksvollen Hinweis darauf, wie knapp und wertvoll DRAM-Silizium im aktuellen KI-Boom geworden ist.
Quelle: Kurnal Insights

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