Ein neuer CPU-Name von AMD ist an einer Stelle aufgetaucht, die regelmäßig frühe Hinweise auf kommende Hardware liefert: bei internationalen Zoll- und Versanddaten. Wie ein bekannter X-Leaker meldet, enthält die Zolldatenbank einen Eintrag zu einem bislang unbekannten Prozessor mit der Bezeichnung AMD Ryzen 9 PRO 9965X3D. Auch wenn ein einzelner Datenbankeintrag noch keine Markteinführung garantiert, ist die Kombination aus „Ryzen PRO“ und „X3D“ bemerkenswert und wirft einige interessante Fragen auf.
Der Eintrag liefert zwar kein vollständiges Datenblatt, nennt aber einige konkrete Eckdaten. So wird eine Produktnummer (OPN) 100-000001999 aufgeführt sowie eine 16-Kern-Konfiguration. Besonders auffällig ist die angegebene TDP von 170 Watt. Ein solches Leistungsbudget ist typisch für leistungsstarke Desktop-Prozessoren und eher unüblich für klassisch konservativ ausgelegte Business-CPUs. Sollte diese Angabe korrekt sein, würde sich der Ryzen 9 PRO 9965X3D am oberen Ende von AMDs Desktop-Portfolio positionieren – sowohl hinsichtlich der Kernanzahl als auch der Leistungsaufnahme.
Denn bislang bietet AMD lediglich drei PRO-Modelle der aktuellen Ryzen-9000-Serie auf Basis der Zen 5 Mikroarchitektur an: Ryzen 5 PRO 9645, Ryzen 7 PRO 9745 und Ryzen 9 PRO 9945 mit sechs bis zwölf Kernen und jeweils 65 Watt TDP. Der jetzt aufgetauchte Ryzen 9 PRO 9965X3D würde sich schon von den Zahlen her an die Spitze setzen. Gleichzeitig deuten die gelisteten Eckdaten auf die Pro-Version des Ryzen 9 9950X3D hin, der mit ebenfalls 16 Kernen auch auf 170 Watt TDP kommt. Zudem hat AMD für professionelle Nutzer bereits eine andere CPU mit sehr ähnlicher Nummerierung im Angebot, den Ryzen Threadripper PRO 9965WX, der aber mit 24 Kernen eine TDP von 350 Watt besitzt.
Ein weiteres Detail des Ryzen 9 PRO 9965X3D ist der Entwicklungsstatus, der im Manifest vermerkt sein soll. Demnach befindet sich der Prozessor in der Phase des „Design Validation Testing“ (DVT). In der üblichen Hardware-Entwicklung folgt DVT auf die frühe Engineering-Phase (EVT) und dient der Validierung von Stabilität, Kompatibilität und Verhalten unter realistischeren Betriebsbedingungen. Die spätere PVT-Phase („Production Validation Testing“) konzentriert sich dann auf Fertigungsreife und Serienkonsistenz. Ein DVT-Status deutet somit auf einen vergleichsweise fortgeschrittenen Entwicklungsstand hin, liefert aber keinerlei Garantie für einen Marktstart oder eine breite Verfügbarkeit.
Was das „X3D“-Suffix konkret bedeutet, bleibt offen. Der Eintrag enthält keine Angaben zu Cache-Größe, Taktraten oder zur internen Chip-Konfiguration. In der Regel steht „X3D“ bei AMD für den Einsatz von 3D V-Cache, also gestapeltem zusätzlichem L3-Cache, der insbesondere bei latenz- und cache-sensitiven Workloads Vorteile bringen kann. Ohne weitere Informationen lässt sich jedoch nicht sagen, ob es sich um eine bekannte Cache-Konfiguration wie bei den beliebten Ryzen Gaming-CPUs handelt oder um eine speziell angepasste Variante für den PRO-Bereich.
Sollte der Ryzen 9 PRO 9965X3D tatsächlich als Produkt erscheinen, wäre ein Einsatz in Workstations oder Business-Desktops denkbar, die von den erweiterten PRO-Plattformfunktionen profitieren und gleichzeitig hohe Anforderungen an Cache-Leistung und Rechenkapazität stellen. Bis AMD selbst oder ein OEM-Partner offizielle Details veröffentlicht, bleibt der Fund jedoch genau das, was er ist: ein Hinweis aus Versanddaten, der Entwicklungsaktivitäten signalisiert – aber kein Ersatz für eine bestätigte Produktankündigung oder ein finales Datenblatt.
Quelle: Olrak29 @ X

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