Die angespannte Lage auf dem NAND-Flash-Markt sorgt seit Monaten für steigende SSD-Preise und höhere Produktionskosten bei Notebook-Herstellern. Nun zeichnet sich jedoch eine interessante Entwicklung ab: Lenovo liefert offenbar erstmals ein in Deutschland erhältliches Notebook mit einer SSD des chinesischen Speicherherstellers YMTC aus. Darauf weist ein aktueller Test des ThinkBook 14 G9 von Notebookcheck hin.
Bislang dominierten Hersteller wie Samsung, SK hynix, Micron, Kioxia oder Western Digital den Markt für NAND-Flash-Speicher. Aufgrund der anhaltenden Verknappung und steigender Vertragspreise suchen Notebook-Hersteller jedoch zunehmend nach alternativen Lieferanten. Genau hier könnte YMTC (Yangtze Memory Technologies) künftig eine deutlich größere Rolle spielen.
Laut Notebookcheck steckt in der getesteten deutschen Konfiguration des Lenovo ThinkBook 14 G9 erstmals eine SSD auf Basis von YMTC-NAND. Das ist bemerkenswert, da Lenovo chinesische Speicherchips bislang hauptsächlich für den heimischen Markt nutzte. So kamen DRAM-Module des ebenfalls chinesischen Herstellers CXMT bisher ausschließlich in chinesischen Notebook-Modellen zum Einsatz. Mit der Integration einer YMTC-SSD in ein regulär in Deutschland verkauftes Gerät überschreitet Lenovo nun erstmals diese Grenze. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass chinesische Speicherhersteller zunehmend auch internationale Lieferketten erreichen. Allerdings stellte Lenove mittlerweile klar, dass die Laptops mit YMTC-SSDs bislang nur in Deutschland verkauft werden, während Notebooks des Hersteller etwa für den US-Markt keine SSDs von YMTC besitzen.
- Lenovo ThinkBook 14 Gen 9
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YMTC hat in den vergangenen Jahren seine Xtacking-4.0-Technologie zur Serienreife gebracht. Das Unternehmen produziert inzwischen sowohl 1-TByte-TLC- als auch 2-TByte-QLC-NAND-Module in größeren Stückzahlen. Gerade angesichts der weltweit angespannten Versorgungslage könnte zusätzliche Produktionskapazität dazu beitragen, den Markt etwas zu entlasten. Die SSD im getesteten ThinkBook 14 G9 verfügt über 512 GByte Speicherplatz und nutzt das kompakte M.2-2242-Format mit PCI Express 4.0 Anbindung. In Benchmarks erreichte die SSD laut Notebookcheck sequentielle Leseraten von rund 3950 MByte/s sowie Schreibraten von 2514 MByte/s. Damit bewegt sich die SSD zwar unter dem Niveau vieler aktueller High-End PCIe-4.0-SSDs, für typische Office-Aufgaben, Web-Anwendungen und alltägliche Produktivität genügt die Leistung jedoch vollkommen.
Die steigenden NAND- und DRAM-Preise setzen nahezu alle PC-Hersteller unter Druck. Zusätzliche Lieferanten wie YMTC könnten helfen, Engpässe zu entschärfen und die Abhängigkeit von den etablierten Speicherherstellern zu reduzieren. Sollte YMTC seine Produktion weiter hochfahren und die Qualität der Speicherlösungen konstant halten, könnten künftig noch mehr Notebook-Hersteller auf die chinesischen NAND-Chips setzen.
Nicht nur Lenovo beschäftigt sich offenbar mit chinesischen Speicherlieferanten. Berichten zufolge prüft auch Apple den Einsatz von Speicherlösungen chinesischer Hersteller. Demnach soll das Unternehmen Gespräche mit der US-Regierung führen, um eine Freigabe für den Einsatz von Speicherchips des sanktionierten Herstellers CXMT zu erhalten. Demnach zieht Apple sowohl CXMT als auch YMTC als mögliche Zulieferer für die kommende iPhone-18-Serie sowie perspektivisch für MacBooks und weitere Mac-Produkte in Betracht. Hintergrund sind die deutlich gestiegenen Einkaufspreise für NAND-Flash und DRAM, die zuletzt zu höheren Endkundenpreisen bei verschiedenen Apple-Produkten beigetragen haben.
Quelle: Notebookcheck




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