Radeon-Grafikkarten könnten bald mindestens 10% teurer werden

AMD soll Grafikkartenpartnern Preiserhöhung von wenigstens 10 Prozent angekündigt haben

AMD steht offenbar vor der nächsten Preisanpassung im Grafikkartenmarkt. Laut einem Bericht der Supply-Chain-Publikation ChannelGate soll der Chiphersteller seine Partner darüber informiert haben, dass die Preise für kombinierte GPU- und Grafikspeicher-Kits um mindestens 10 Prozent steigen sollen. Betroffen wäre damit nicht in erster Linie der offizielle Listenpreis, sondern vor allem die Kostenbasis, mit der Add-in-Board-Partner ihre eigenen Radeon-Modelle kalkulieren.

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Eine offizielle Bestätigung von AMD liegt bislang nicht vor. Entsprechend sollte die Meldung derzeit als Gerücht mit hoher Wahrscheinlichkeit eingeordnet werden. Dennoch passt sie in ein zunehmend angespanntes Marktumfeld, in dem auch andere Hersteller ihre steigenden Speicher- und Komponentenpreise offenbar an Partner weiterreichen. Zumal ähnliche Branchenberichte über weitere Preiserhöhungen der AMD Radeon bereits seit letzten Monat kursieren.

Besonders brisant ist der Zeitpunkt: AMD hat mit der Radeon RX 9050 erst kürzlich ein neues Modell für 279 US-Dollar vorgestellt. Damit bewegt sich die Karte ohnehin ungewöhnlich nah an der Radeon RX 9060 XT, die mit 299 US-Dollar startete und deutlich schneller ist. Sollte eine Preissteigerung von 10 Prozent direkt auf die effektiven Boardkosten der RX 9050 durchschlagen, entspräche das bereits rund 28 US-Dollar. Der ohnehin schmale Abstand zur nächsthöheren Klasse würde damit praktisch verschwinden.

Im Zentrum der Entwicklung dürften erneut die Speicherpreise stehen. Bei modernen Grafikkarten verkaufen GPU-Hersteller ihren Partnern in der Regel keine reine GPU, sondern ein gebündeltes Kit aus Grafikchip und passender Speicherbestückung. Steigen die Beschaffungskosten für GDDR6 oder GDDR7, verteuert sich damit das gesamte Paket — selbst dann, wenn der Siliziumpreis des eigentlichen Grafikprozessors unverändert bleibt. Für die Board-Partner bedeutet das geringere Margen oder höhere Endkundenpreise.

Laut dem Bericht könnte AMD die Umsetzung zudem um etwa einen Monat verschieben. Das würde den Partnern etwas Zeit verschaffen, um vorhandene Lagerbestände abzubauen, neue Bestellungen anzupassen oder geplante Verkaufspreise neu zu kalkulieren. Für den Handel ist das zwar eine gewisse Atempause, an der grundlegenden Richtung ändert es aber wenig: Sobald die neuen Einkaufspreise greifen, dürfte sich der Druck nach unten auf die Marge direkt im Straßenpreis bemerkbar machen.

Wie stark sich das am Ende auswirkt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem die jeweilige Region, das Kühldesign der Karte, die Marge des Distributors sowie die Frage, wie viel Altbestand noch im Markt ist. Bei manchen Modellen dürfte der Preissprung deshalb zunächst kaum sichtbar sein, während andere Varianten sehr viel schneller teurer werden könnten.

Für Verbraucher ist die Meldung vor allem deshalb unangenehm, weil sich damit eine Entwicklung verfestigen könnte, die den gesamten diskreten GPU-Markt betrifft. AMD galt über weite Strecken als der Anbieter mit dem besseren Preis-Leistungsverhältnis. Wenn nun auch Radeon-Karten stärker von Speicher- und Lieferkettenkosten belastet werden, schrumpft dieser Vorteil weiter. Gleichzeitig sollen auch bei Nvidia die Preise bereits steigen, sodass beide großen Anbieter offenbar dieselbe Richtung einschlagen.

Quelle: ITHome (China)

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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