Die Preise für Grafikkarten könnten in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 erneut unter Druck geraten. Hintergrund sind weiter steigende Kosten für Grafikspeicher (VRAM), die sich zunehmend auf die gesamte Lieferkette auswirken. Laut aktuellen Branchenberichten erwägt AMD, die Preise für GPU- und VRAM-Bundles, die an Boardpartner ausgeliefert werden, im dritten Quartal um etwa 10 bis 15 Prozent anzuheben.
Eine offizielle Bestätigung seitens AMD liegt bislang nicht vor. Dennoch verdeutlichen die Berichte die anhaltenden Herausforderungen, mit denen Grafikkartenhersteller aufgrund des angespannten Speichermarktes konfrontiert sind.
Seit Ende 2025 steigen die Preise für GDDR-Speicher kontinuierlich. Einer der Hauptgründe ist die starke Nachfrage aus dem KI-Sektor, dem Cloud-Computing-Markt sowie dem Enterprise-Bereich. Speicherhersteller priorisieren zunehmend die Produktion von DRAM-Lösungen für Rechenzentren und KI-Infrastruktur, wodurch das Angebot für den Consumer-Markt begrenzt bleibt. Die Folge: Die Preise für Grafikspeicher befinden sich weiterhin auf hohem Niveau. Branchenbeobachter sehen derzeit kaum Anzeichen für eine nachhaltige Entspannung der Situation.
Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Blick auf die Spotmarktpreise für GDDR6-Speicher. Schätzungen zufolge stieg der Preis pro Gigabyte innerhalb eines Jahres von rund 2,50 US-Dollar auf etwa 7,50 US-Dollar. Diese Kostensteigerungen haben bereits in den Jahren 2025 und 2026 zu höheren Grafikkartenpreisen beigetragen. Da Grafikkartenhersteller GPUs und Speicher in der Regel als kombiniertes Paket beziehen, wirken sich steigende VRAM-Kosten unmittelbar auf die Produktionskosten aus. Für Hersteller und Boardpartner wird es dadurch zunehmend schwieriger, stabile Verkaufspreise aufrechtzuerhalten.
Den Berichten zufolge rechnet AMD deshalb auch in der zweiten Jahreshälfte mit weiter steigenden Beschaffungskosten für VRAM. Um diese Mehrkosten auszugleichen, könnte das Unternehmen die Preise für GPU- und Speicherpakete bereits ab Juli anheben. Sollte eine Erhöhung im Bereich von 10 bis 15 Prozent umgesetzt werden, dürfte dies mittel- bis langfristig auch bei den Endkundenpreisen spürbar werden. Wie stark die Preissteigerungen letztlich ausfallen, hängt jedoch von den jeweiligen Boardpartnern sowie den Marktbedingungen in den einzelnen Regionen ab.
- ASUS TUF Gaming Radeon RX 9070 XT
- ASUS TUF Gaming Radeon RX 9070 XT
- ASUS TUF Gaming Radeon RX 9070 XT
Daneben gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass Nvidia für die zweite Jahreshälfte zusätzliche Preissteigerungen bei GeForce-Produkten plant. Branchenquellen zufolge wurden Boardpartner bislang nicht über entsprechende Maßnahmen informiert. Allerdings hatte Nvidia bereits Anfang des Jahres die Großhandelspreise einiger High-End-Modelle angehoben. Zudem nutzt das Unternehmen bei seinen aktuellen Spitzenmodellen GDDR7-Speicher, der ebenfalls von den allgemeinen Angebots- und Nachfrageverhältnissen auf dem Speichermarkt betroffen ist.
Von steigenden Speicherkosten sind vor allem leistungsstarke Grafikkarten betroffen, da High-End-Modelle häufig über deutlich größere VRAM-Kapazitäten verfügen als Mittelklasse- oder Einsteigerkarten. Entsprechend stärker wirken sich Preisänderungen beim Speicher auf die Gesamtkosten der Produkte aus. Sollten die gemeldeten Preiserhöhungen auf Zuliefererebene tatsächlich umgesetzt werden, könnten insbesondere Premium-Grafikkarten im Laufe der kommenden Monate erneut teurer werden.
Der entscheidende Faktor bleibt weiterhin der globale Speichermarkt. Zahlreiche Branchenexperten rechnen aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage nach KI-Hardware, Rechenzentrumskapazitäten und Cloud-Infrastruktur mit dauerhaft erhöhten Preisen für DRAM- und NAND-Speicher. Mehrere Analysten gehen sogar davon aus, dass Engpässe bei bestimmten Speicherkomponenten noch über Jahre hinweg bestehen bleiben könnten. Damit würde auch die Hoffnung auf deutlich günstigere Grafikkartenpreise vorerst in weite Ferne rücken.
Quelle: Board Channels (China)



Neueste Kommentare
24. Juni 2026
24. Juni 2026
24. Juni 2026
24. Juni 2026
21. Juni 2026
5. Juni 2026