Intel und seine Probleme

Wie jetzt bekannt geworden ist, hat intel seine Pläne komplett geändert und platziert den Willamette nun im Mid-Range und High-End Bereich der bereits bei 2500 DM beginnt.

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Angefangen hat diese Planänderung nach der Einstellung eines Projektes, dass dem Pentium III einen Bustakt von 200 MHz verschaffen sollte und dem gleichzeitigen Streichen der Entwicklung des Camino-III Chipsatzes (DRDRAM-Support für diesen Bus).


Damit verliert der Pentium III aber seine Position im Mid-Range Markt, der bald durch den AMD Duron und Thunderbird umgewühlt wird. Da sich der jetzige Coppermine sicherlich nicht gegen die neue Konkurrenz wehren kann, braucht intel etwas stärkeres: den Willamette. Der jetzige Coppermine wird dann nur noch als eine Low-End CPU auf i820 und PC133 (Solano-II) Basis verwendet.
Somit sind Willy und die beiden AMD-CPUs direkte Konkurrenten. Doch der Willamette von intel ist dank seines Quad-Pumped Buses sicher nicht die günstigere Variante, außerdem hat intel noch 2 große Probleme: der Willy-Chipsatz Tulloch (für das Mid-Range Segment) wird nicht vor Mitte nächsten Jahres verfügbar sein. Das zweite große Problem heißt RAMBUS:

Der Speicher will und kann sich einfach nicht durchsetzen. Es herrscht immer noch eine schlechte Ausbeute, was die Preise oben hält und die Verfügbarkeit niedrig. Gerade die für den Willy benötigten so wichtigen PC800 RIMMs machen gerade einmal 20% der Rambus Produktion aus (Zahlen von Samsung). Micron vermeldet dazu noch, dass man in diesem Jahr nur etwa 5% der Produktion für RIMMs verwenden werde. Wenn wir diese Werte verallgemeinern, würde das bedeuten, dass etwa nur 1 % der gesamten Speicherproduktion für PC800 RIMMs draufgehen.
1% der Produktion für den überteuerten Speicher für intels künftiges Zugpferd?

Doch zu allem Überfluß bauen nun noch einige Hersteller ihre Rambus Kapazitäten ab und verlagern sie in die lohnenderen DRAM Gefilde.

Ich glaube man sieht, dass intel in echten Schwierigkeiten steckt. Und bei diesen Problemen setzen nun die Spekulationen ein.

Wird intel seinen Stolz brechen und RAMBUS – zumindest im Desktop-Markt – zugunsten einer PC133 und MTH+ (erweiterer Memory Translation Hub) Lösung aufgeben? Darauf weisen zumindest einige Quellen hin, die sagen, dass intel erwägt, in der zweiten Jahreshälfte eine solche Lösung anzubieten. Doch wird es dann wieder zu solch großen Performance-Einbußen kommen, wie wir sie schon vom i820 her kennen? Wir werden sehen.

Ich bin jedenfalls zur Zeit der Meinung, dass intel eine MTH-Lösung anbieten muß, um den Willamette loswerden zu können. Wenn Chipzilla dies nicht tut, wird der Willy trotz der sicher besseren Performance wohl in den Regalen liegen bleiben.

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