Intel wird VIA wohl verklagen

Grund ist natürlich der Pentium 4 Chipsatz VIA P4X266

Nachdem man schon eine ganze Weile darüber spekuliert, dass Intel VIA Technologies wegen des Pentium 4 Chipsatzes P4X266 verklagt wird, scheinen sich die Anzeichen dafür nun zu verdichten. Chen Chun-shen, Präsident von Intel Asia Pacific, wird im taiwanesischen Magazin „Economic News“ zitiert, seine Firma „wird nicht zögern“, rechtliche Schritte gegen Hersteller einzuleiten, die Pentium 4 Chipsätze ohne eine Lizenz von Intel produzieren.

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Genau dies ist allerdings der Streitpunkt. Während SiS, ALi und ATI die P4-Technologie von Intel (kostenpflichtig) lizenziert haben, ist VIA der Auffassung, dass sie die notwendigen Berechtigungen bereits durch die Übernahme der S3-Grafiksparte, die mit Intel ein umfangreiches Lizenz- und Technologieaustauschabkommen geschlossen hatten, erlangt haben.

Mittlerweile plant VIA, den umstrittenen P4-Chipsatz P4X266 ab Mitte August in großen Mengen auszuliefern Man spricht von 100.000 Chipsätzen noch in diesem Monat.
DigiTimes berichtet unterdessen, dass VIA hier eine Zwei-Marken-Strategie fährt, d.h. der Chipsatz ist manchmal mit „VIA“ und manchmal mit „S3“ ausgezeichnet! VIA hofft, auf diese Weise einer rechtlichen Auseinandersetzung mit Intel ausweichen zu können.
Auch die Mainboard-Hersteller sind natürlich nicht erpicht auf einen Streit mit Intel, wollen aber auch nicht auf den im Vergleich zum Intel i845 Chipsatz deutlich billigeren P4X266 verzichten. Deshalb werden manche Hersteller ihre P4-Boards mit dem VIA-Chipsatz wohl auch in sogenannten „White Boxes“ ohne irgendwelche Beschriftung verschicken. Dies war schon zu Zeiten der Einführung des ersten Athlon-Chipsatzes von VIA, des KX133 für Slot-A Mainboards, gängige Praxis.

Quelle: The Inquirer

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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