Neuer Speicherstandard von Intel

Speicher wird höher takten als DDR-2

Intel kann es nicht lassen. Sobald irgendwo ein Speicherstandard etabliert wird, der nicht von Intel stammt, muss man ein Konkurrenzdesign entwerfen oder einkaufen. Als der PC133-Standard maßgeblich von VIA entwickelt wurde, zauberte man einen leicht differierenden aus dem Hut. Auch beim DDR-RAM wünschte man leicht Änderungen. Von der Entscheidung, DualChannel RDRAM statt DualChannel SD- oder DDR-RAM zu nutzen, möchten wir jetzt gar nicht erst anfangen.

Anzeige
Mittlerweile ist man dabei, einen DDR-RAM Chipsatz für den Pentium 4 auf den Markt zu werfen. Man könnte also annehmen, dass sich Intel zusammen mit dem Rest der Branche für DDR-RAM engagiert. Immerhin ist DDR-RAM den Planungen nach für Bandbreiten von bis zu 5,4GB im Jahre 2005 gut. Intel sieht das anders. Zusammen mit den weltgrößten Speicherherstellern entwickelte man in der Advanced DRAM Technology Group (ADT) einen eigenen Speicherstandard. Dieser soll nicht nur RDRAM, sondern auch DDR-1 und -2 ablösen. An der Entwicklung wirkten die Speicherhersteller Elpida, Hynix, Infineon, Micron und Samsung, alles Hersteller die sich sowohl für DDR-2 als auch ADT engagieren. Elpida und Samsung stellen zusätzlich noch RDRAM her, Samsung entwickelte gar ein eigenes, kostensparendes RDRAM-Design. Man scheint sich also selbst nicht so sicher zu sein, welcher Speicher letzten Endes das Rennen macht.

Schon Ende des Jahres möchte man das Design der JEDEC zur Standardisierung vorlegen – nach zwei Jahren Entwicklungsarbeit. Details sind bisher noch nicht bekannt geworden, nur leichte Andeutungen. So soll die Technologie der von DDR-2 sehr ähnlich sein, jedoch sehr viel höhere Taktraten erlauben. Dabei setzt man aber offenbar nicht wie Rambus auf ein kleines 16Bit-, sondern auf das übliche 64Bit-Interface. Das garantiert große Bandbreiten. Zur Verdeutlichung: PC1600 DDR-RAM taktet mit 100MHz und nutzt ein 64Bit breites Interface. So kommt man auf 1,6GB/s. PC800 RDRAM taktet mit 400MHz, nutzt aber nur ein 16Bit breites Interface – ein Tribut an die ungewöhnlich hohen Taktraten. Die Bandbreite ist so ebenfalls auf 1,6GB/s begrenzt.

Geht es nach der ADT, soll der Speicher schon 2003-2004 in Mainstream-PCs stecken. Dumm nur, dass DDR-2 zur gleichen Zeit starten soll. Muster der DDR-2 Speicherchips soll es sogar schon Ende 2001 geben, ADT-Muster erst Anfang 2003. Wie es scheint, wird der Speichermarkt also auch in Zukunft zweigeteilt sein. Die einen nutzen ADT, die anderen DDR-2.

Quelle: Silicon Strategies

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.