nVidia stellt GeForce4-Familie vor

Sechs Lösungen auf der Basis von zwei verschiedenen Grafikchips

Wie erwartet hat nVidia heute offiziell die neue GeForce4-Serie vorgestellt. Gerüchte und Vorabankündigungen mancher Hersteller hatten uns ja schon darauf vorbereitet. Womit wir es nun letztendlich zu tun bekommen, sind sechs verschiedene Lösungen (Grafikkarten) auf der Basis von zwei Grafikchips, dem GeForce4 Ti und dem GeForce4 MX. Die einzelnen Modelle der beiden Serien unterscheiden sich bis auf einen Fall nur in den Taktfrequenzen von Chip und Speicher. Die Ausnahme bildet die GeForce4 MX420, die statt mit DDR SDRAM mit herkömmlichem SDR SDRAM ausgestattet ist.

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Offiziell angekündigt hat nVidia übrigens nur fünf Produkte, aber in etwa zwei Monaten soll ein sechstes, die GeForce4 Ti4200, dazu stoßen.

nVidia stellt neben der natürlich wieder mal gesteigerten Performance bei den neuen Modellen vor allem drei Features heraus: die gegenüber dem GeForce3 überarbeitete “Lightspeed Memory Architecture“ (LMA II), das neue “Accuview Antialiasing“ und die Multi-Monitor-Technologie “nView“.
LMA II bietet u.a. ein verbessertes Speichermanagement, mit dem die zur Verfügung stehende Bandbreite effizienter genutzt werden soll. Außerdem sollen Objekte, die der Betrachter aufgrund seiner Perspektive in einer 3D-Umgebung nicht sehen kann, auch nicht gerendert werden. Eine Technik, die man von PowerVR kennt und die ebenfalls die Speicherbandbreite schont. Bei nVidia heißt das “Z-occlusion culling“.
Accuview Antialiasing soll gegenüber den früher von nVidia eingesetzten Verfahren eine bessere Performance bei gleichbleibender Bildqualität bieten. Dazu gibt es neben 2x, 4x und Quincunx jetzt noch einen weiteren Modus namens “4XS“. Was dies in der Praxis tatsächlich bringt, werden wir wohl in Kürze erfahren.
nView ist vergleichbar mit Matrox DualHead und ATI HydraVision, d.h. es können zwei Monitore an eine Grafikkarte angeschlossen werden. Dazu hat nVidia zwei RAMDACs in die Grafikchips integriert, um die Monitore auch mit unterschiedlichen Auflösungen und Frequenzen ansteuern zu können. Interessant ist in diesem Zusammenhang das Feature, mit dem man einzelne Fenster transparent darstellen kann, so dass man die darunter liegenden Objekte erkennen kann. Weiterhin soll es möglich sein, Videobilder (z.B. DVDs) auf dem sekundären Monitor anzeigen zu lassen. Damit haben bisherige Dual-Technologien noch so ihre Schwierigkeiten. Ob nVidia das wirklich gelungen ist, werden künftige Tests zeigen.

Das künftige Sortiment von nVidia stellt sich insgesamt folgendermaßen dar:

GeForce4
Ti4600 Ti4400 Ti4200 MX460 MX440 MX420
Kern: NV25 NV25 NV25 NV17 NV17 NV17
Fertigung: 0,15µ 0,15µ 0,15µ 0,15µ 0,15µ 0,15µ
Chiptakt: 300 MHz 275 MHz 225 MHz 300 MHz 270 MHz 250 MHz
RAM-Takt: 650 MHz 550 MHz 500 MHz 550 MHz 400 MHz 166 MHz
RAM: 128bit DDR 128bit DDR 128bit DDR 128bit DDR 128bit DDR 128bit SDR

Man muss allerdings bemerken, dass sich die Taktraten für den Nachzügler GeForce4 Ti4200 noch ändern können. nVidia hat ja noch eine Weile Zeit, sich endgültig was zu überlegen.
Weiterhin kann es natürlich sein, dass die einzelnen Hersteller der Grafikkarten wie ASUS, Elsa, MSI, Leadtek, ProLink etc. die Taktraten etwas nach oben oder unten verändern.

Kritisch muss man anmerken, dass die GeForce4 MX Chips zwar alle auch mit LMA II, Accuview und nView ausgestattet sind, aber keine funktionsfähigen Vertex und Pixel Shader bieten. Selbst eine Bezeichnung wie GeForce3 MX würde ihnen nicht gerecht. Sie entsprechen eher einer Weiterentwicklung des GeForce2. Die Namensgebung als GeForce4 wird sicherlich eine Menge ahnungsloser Käufer verwirren und eventuell auch enttäuschen, wenn das Produkt dann eingebaut ist.

In etwa zwei Wochen sollen die ersten GeForce4 MX Grafikkarten im Handel verfügbar sein. Auf die ersten GeForce4 Ti Karten müssen wir noch ein wenig warten, diese sollen erst in ca. vier Wochen erhältlich sein.

Elsa GeForce4 MX440 Box
MSI GeForce4 MX
Leadtek GeForce4 Ti Box (Doppel-Lüfter!)
Leadtek GeForce4 MX

Quelle: nVidia

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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