Die ATI Radeon IGP Familie

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Einleitung

Radeon IGP LogoWenn jemand das Wort Grafikkarte ausspricht, dürften die meisten an grüne, gelbe, rote, blaue oder schwarze Platinen denken, die üblicherweise direkt unter dem Prozessor auf dem Mainboard stecken. Erkennen kann man sie an dem kleinen, lauten Lüfterrädchen direkt über den Steckkontakten und den um den Lüfter herum angeordneten Speicherchips. Die Namen NVIDIA, ATI, Hercules, ASUS, ELSA oder Gainward dürften genauso geläufig sein wie GeForce, Radeon oder Kyro – alles andere wird sowieso von niemandem gekauft. Dass Grafikkarten immer zwischen 100 und 500€ kosten, dürfte auch jedem klar sein. 100fps in Quake3 bei 1024×768 sind heutzutage natürlich auch kein Problem mehr – schließlich ist sogar eine GeForce2 MX schneller.

Die erschreckende Wahrheit ist jedoch, dass die meisten verkauften Grafikkarten von Intel, SiS und VIA stammen, meist keine $40 kosten und weit von 100fps entfernt sind. Diese Grafikkarten sitzen auch nicht auf teuren Steckkarten mit 128MB Speicher, sondern sind direkt in den Chipsatz des Mainboards integriert. Ihr Grafikspeicher ist nichts anderes als ein abgegrenzter Teil des Hauptspeichers. Die Rede ist natürlich von den sogenannten integrierten Chipsätzen, die den Mainboardherstellern für $18-46 angeboten werden. Und diese greifen beherzt zu, schließlich wissen sie, dass der Markt für integrierte Chipsätze ungleich größer ist als der für Steckkarten. Und er wächst weiter. Laut dem Marktforschungsinstitut Mercury Research sind im Jahre 2004 zwei von drei verkauften Grafikchips in einen Mainboardchipsatz integriert – zur Zeit ist es nur einer von zwei.

Angesichts dieser Zahlen verwundert es nicht, dass sich ATI und NVIDIA den Markt für integrierte Chipsätze selbst unter den Nagel reißen möchten. Weshalb 66% Marktanteil den Chipsatzherstellern überlassen, wenn man sein KnowHow und den gut eingeführten Namen für eigene Produkte verwenden kann? Das kommt nicht nur den eigenen Finanzen zugute, sondern kann sich auch für die PC-Hersteller lohnen. Sie können in Zukunft mit einer GeForce oder Radeon Grafikkarte werben ohne eine teure Steckkarte kaufen zu müssen. Dass es sich um uralte Chips mit der Geschwindigkeit einer Wanderdüne handelt, muss man in der Werbung ja nicht erwähnen. Und wer nicht explizit nachfragt, wird darüber auch erst aufgeklärt, wenn das erste Spiel gespielt werden soll.

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