Futuremark und nVidia? Friede!

Gemeinsame Erklärung der Unternehmen: keine Cheats, nur Optimierung

Nach der Veröffentlichung des 3DMark03-Patches und den Täuschungsvorwüfen von Futuremark in Richtung nVidia (und auch ATI) sowie den Stellungnahmen einzelnen Mitarbeiter von nVidia und Futuremark haben sich die beiden Unternehmen nun offenbar auf eine einheitliche Linie geeinigt. Aus einer gemeinsamen Erklärung geht hervor, dass Futuremark die Cheat- und Betrugsvorwürfe (durch den Detonator FX Treiber) zurückzieht. nVidias Treiber-Design sei eine Anwendungs-spezifische Optimierung und kein Cheat, heißt es nun auf einmal. Im Gegensatz zu anderen Applikationen und auch dem PCMark2002 von Futuremark, in denen abhängig von den Hardware-Komponenten oft andere Programm-Teile verwendet werden, sollte der 3DMark03 ein un-optimierter Test sein, mit einem einheitlichen Code für jedwede Hardware. Futuremark überlegt sich nun, ob sie in zukünftigen Benchmarks den anderen, eher realistischen Weg gehen werden.

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Um einen Weg aus dem Dilemma zu finden, einen aussagekräftigen, für jede Hardware gleich gut geeigneten Benchmark zu entwickeln, wird Futuremark wohl auch wieder auf die Unterstützung von nVidia bauen können. Dazu wollen beiden Unternehmen klare Regeln für solche Testprogramme aufstellen, auch um solch unglückliche Situationen wie das aktuelle 3DMark03-Fiasko zu verhindern.

Über die Gründe für den Rückzug von Futuremark wird natürlich jetzt heftig spekuliert. Hat nVidia mit Dollar-Scheinen gewedelt oder mit Rechtsanwälten gedroht, um die deutlich kleinere finnische Firma zum Einlenken zu bewegen? Oder hat man sich einfach zusammengesetzt und ist zu einem Kompromiss gelangt? Man weiß es nicht und wird es vermutlich auch nie erfahren. Seltsam ist es jedenfalls, dass sogar nicht vollständig berechnete Szenen nun auf einmal als Optimierungen bezeichnet werden.
Ein anonymer (angeblicher) ATI-Mitarbeiter äußerte sich in einem Forum jedenfalls sehr verärgert über diese neue Entwicklung. Sie bemühen sich, ihre 2-prozentige Optimierung aus den Catalyst-Treibern zu entfernen, alles sauber zu machen und nach den Regeln zu spielen – und jetzt könnten sie sich eigentlich auch überlegen, bestimmte, nicht sichtbare Szenen-Elemente gar nicht erst zu berechnen und so 25% mehr Performance herauszuholen.

Obwohl das Ziel von Futuremark, einen unabhängigen, für alle gleich geeigneten Benchmark zu entwickeln, ein absolut edles Ziel ist, scheint diese Geschichte den Entwicklern mittlerweile mehr Schaden zugefügt zu haben als nVidia, die mit ihrem Detonator FX Treiber den Stein eigentlich erst ins Rollen gebracht hatten.

Quelle: E-Mail

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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