AMD Thorton Low-Cost CPU

Athlon XP mit reduziertem Barton-Kern löst einige Thoroughbreds ab

Bereits Ende April tauchte das erste Mal ein offenbar neuer Prozessorkern des Athlon XP mit der Bezeichnung “Thorton“ auf. Schon damals wurde spekuliert, dass es sich dabei um eine CPU mit Barton-Kern handelt, bei der die Hälfte des integrierten Level-2 Cache abgeschaltet ist, was im Resultat gleichbedeutend mit einem Prozessor mit Thoroughbred-Kern ist. Daher sollte auch der Name “Thorton“ stammen, als Mischung aus “Thoroughbred“ und “Barton“. Mittlerweile haben einige Mainboard-Hersteller neue BIOS-Revisionen veröffentlicht, in deren Beschreibung der Thorton explizit unterstützt wird, und jetzt hat auch AMD das erste Mal auf der eigenen Website die Existenz eines solchen Prozessormodells bestätigt.

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Wenn man sich bei AMD über die für einen Athlon XP empfohlenen Mainboards informieren will, wählt man aus einer Liste einen bestimmten Prozessor aus. Diese Liste enthält nun seit kurzem die folgenden drei bisher unbekannten CPU-Modelle:
– Athlon XP 2000+ (266 FSB) Model 10 mit 256K Cache
– Athlon XP 2200+ (266 FSB) Model 10 mit 256K Cache
– Athlon XP 2400+ (266 FSB) Model 10 mit 256K Cache
Die Bezeichnung “Model 10“ steht eigentlich für einen Barton-Kern und 512KB L2-Cache sowie für einen Front Side Bus von 333 oder 400 MHz. Nun wird es in Kürze also drei Varianten vom Barton mit kleinerem Pufferspeicher und nur 266 MHz FSB geben. Diese werden über kurz oder lang die bisherigen Modelle mit dem gleichen Performance Rating (2000+ bis 2400+) ablösen und sollen als Upgrade-Möglichkeit dienen für Besitzer von älteren Mainboards, die keinen höheren FSB als 133 MHz erlauben.

Hintergrund des Thorton dürfte sein, dass AMD die Produktion des Thoroughbred herunterfährt, um mehr Kapazität für die AMD64-Prozessoren Opteron und Athlon 64 zu haben. AMD stehen ja mit nur einer modernen Fabrikationsstätte in Dresden nicht die Ressourcen von z.B. Konkurrent Intel zur Verfügung. Da aber weiterhin keine kleine Nachfrage nach Athlon XP CPUs mit 133MHz FSB besteht, auch aufgrund von günstigen System mit VIA KM266 Chipsatz (MSI brachte erst im Februar noch neue Mainboards mit diesem Chipset auf den Markt), verwendet AMD die Barton-Produktion auch für die langsameren Prozessormodelle. Man schaltet lediglich die Hälfte des L2-Cache ab und definiert einen niedrigeren CPU-Bus.
Ein weiteres Argument für die Verwendung des Barton-Kern sind mögliche Produktionsfehler. Ist ein Teil des großen Pufferspeichers defekt, muss der Barton nicht komplett weggeworfen werden, sondern kann nach einer Deaktivierung der entsprechenden Cache-Teile als Thorton noch verkauft werden.

Quelle: The Inquirer

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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