ATI, nVidia wechseln Herstellung

Übergang bei Fertigungsverfahren: weg von 140-150nm, hin zu 110-130nm

Aktuelle High-End Grafikchips wie z.B. aus den ATI Radeon X800 und nVidia GeForce 6800 Serien werden bekanntlich in 130nm Prozesstechnologie gefertigt. Die nächsten Stufen in der Reduzierung der Strukturbreiten liegen dann bei 110nm (zunächst) und im nächsten Jahr dann wohl auch bei 90nm. Zuvor aber wird sich die feinere Herstellung auch in den Einsteiger- und Mainstream-Segmenten durchsetzen. Nach Berichten aus Taiwan haben ATI und nVidia bereits die 140nm und 150nm Produktion ihrer Grafikchips in den Fabrikationsstätten von TSMC und UMC deutlich zurückgefahren. Gleichzeitig erhöht sich die Auftragslage bei TSMC für die Produktion von Grafikchips mit 110nm Strukturbreite, die im Spätsommer oder Frühherbst auf den Markt kommen sollen.

Anzeige

So soll nVidia beispielsweise die Produktion von in 140nm gefertigten NV34 Chips (GeForce FX5200) um mehr als zwei Drittel der bisherigen Menge reduziert haben. ATI hat dagegen die Herstellung des RV280 (Radeon 9200) zurückgefahren.
Grund für diese Maßnahmen sind einerseits die Strategien von großen PC-Herstellern wie Dell und Hewlett-Packard, die in der zweiten Hälfte diesen Jahres verstärkt auf Mainboards mit dem Intel 915G Chipsatz und integrierter Grafik setzen wollen. Andererseits werden die Grafikchip-Entwickler im aktuellen (dritten) Quartal auch eigene neue Produkte für die neue PCI Express Plattform einführen. Dazu gehören nach taiwanesischen Quellen u.a. die in 110nm Prozesstechnologie bei TSMC gefertigten Grafikchips R430 und RV410 von ATI und der NV43 von nVidia.
Noch ist nicht genau klar, was sich hinter diesen Codenamen wirklich verbirgt. Während es sich beim ATI R430 um eine etwas optimierte und eventuell sogar höher getaktete PCI Express Variante des R420 (Radeon X800) handeln könnte, werden ATI RV410 und nVidia NV43 eher dem Mainstream zugeordnet. Interessanterweise sollen diese beiden – den aktuellen Gerüchten zufolge – aber immerhin mit 8 Rendering-Pipelines ausgestattet sein. Dies würde RV410 und NV43 eine für dieses Marktsegment noch nie dagewesene Performance verleihen.
Bisherige Grafikkarten und -chips wie die Radeon 9600 und die GeForce 5700 Familien setzten noch auf Architekturen mit vier Pipelines. Hier waren ATI und nVidia allerdings mit Taktraten von 475 bzw. 500 MHz aber auch langsam an ihre Grenzen gestoßen. Eine Verbesserung der Performance durch eine größere interne Parallelisierung (mehr Pixel pro Takt) anstatt der weiteren Erhöhung der Taktfrequenzen ist deshalb nur folgerichtig.

Quelle: DigiTimes

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.