Apple setzt auf Intel-CPUs

Abkehr von IBM und PowerPC-Architektur nun offiziell - Bilder von WWDC

Nachdem in den letzten Tagen sehr viel über dieses Thema spekuliert wurde, so hat Steve Jobs (CEO von Apple) auf der Eröffnungsrede zur World-Wide-Developers-Conference (WWDC) gestern die Katze aus dem Sack gelassen:

Anzeige
Man wird ab dem kommenden Jahr die gesamte Produktlinie schrittweise auf Intel-Prozessoren umstellen.

In genau einem Jahr will man bereits Consumer-Produkte auf die neuen Prozessoren umgestellt haben. Bereits 2007 sollen dann nur noch Intel-basierende Produkte von Apple vertrieben werden.
Apple hat bereits Erfahrungen mit dem Umstieg auf eine neue Prozessor-Architektur: 1994 stellte man die komplette Produktlinie von 86k-Prozessoren auf die Power-Architektur.
Seit 2003 bietet man mit dem G5 einen 64-bit Prozessor an, der von IBM gefertigt wird. Da die Entwicklung der Taktraten seitdem aber eher mäßig vorangeschritten ist, wurden die Stimmen, die sich für eine Alternative zur PowerPC-Architektur aussprachen, immer lauter. Hinzu kam die Tatsache, dass man bisher kein Powerbook mit G5-Prozessor realisieren konnte, da die Abwärme des IBM-Prozessors einfach nicht zu kontrollieren war.
Seitens Apple hat man diese folgenschwere Wende aber offensichtlich schon lange vorbereitet: Laut Steve Jobs führte das eigene Betriebssystem MacOS X bereits seit über 5 Jahren „ein geheimes Doppelleben“. Gemeint ist, dass jeder Release von MacOS sowohl für den PowerPC als auch für Intel-Prozessoren kompiliert wurde. Damit wollte man für den Fall vorsorgen, dass man auf die Intel-Architektur umsteigen muss.
Bereits heute ist es für Entwickler möglich Intel-basierende Powermacs zu erwerben, die aber in ihrer jetzigen Form niemals in den Handel gelangen werden. Bei der verwendeten CPU handelt es sich um einen 3,6 Ghz Pentium4 mit HyperThreading. Es ist jedoch schon so gut wie gesichert, dass in den Powermacs, die gegen Ende 2006 erwartet werden, kein Pentium4 zum Einsatz kommen wird. Vielmehr wird damit gerechnet, dass Apple sofort auf die von Intel für das kommende Jahr angekündigten Prozessoren setzen wird. Diese bieten 64-bit Support, Multi-Core, keine NetBurst-Architektur und viele weitere viel-versprechende Features. Interessant wird auch, ob es dann Powerbooks mit einem Centrino-verwandten Prozessor geben wird.
Des Weiteren bedeutet der Umstieg auf Intel-Prozessoren keineswegs, dass man auch auf Mainboards und Chipsätze aus der Intel-Welt zurückgreifen wird. Hier wird Apple weiterhin auf Eigenentwicklungen setzen, was auch bedeutet, dass man weiterhin als Technologie-Vorreiter auftreten kann.
Zudem steht fest, dass man das laut Apple „fortschrittlichste Betriebsystem des Planeten“ MacOS X weiterhin nur auf Apple-Systemen einsetzen kann. Andersherum wird es aber wahrscheinlich möglich sein Windows auf den zukünftigen Apple-Systemen einzusetzen.
Steve Jobs kündigte bereits an, dass für eine gewisse Zeitspanne beide Architekturen unterstützt werden, damit Kunden, die noch Apples PowerPC-Systeme einsetzen, weiterhin aktuelle Software nutzen können. Zu diesem Zweck ist es möglich jedes Programm durch simples rekompilieren als sogenanntes Universal-Binary anzubieten, welches sowohl auf Intel- als auch auf PowerPC-Systemen lauffähig ist.
Nicht neu kompilierte Programme werden mit dem Programm Rosetta, das als eine Art Emulator fungiert, auch auf zukünftigen Macintel-Rechnern lauffähig gemacht.
Was diese weitreichende Entscheidung für die Zukunft von Apple bedeutet, lässt sich bisher nicht abschätzen und man wird warten müssen, wie sich die nächsten Monate und Jahre entwickeln. Jedenfalls kann man sehr gespannt sein, wie sich die Macs mit Intel-Prozessoren im Vergleich mit Windows-Maschinen schlagen werden.

Steve Jobs bestätigt das Gerücht: Es ist wahr!
Steve Jobs bei der Präsentation
Mac OS X wurde bei Apple schon auf Intel entwickelt
Demonstration von Mac OS X auf einem Pentium 4
Demo des Mac/Intel-Systems
Innovativ?
Mac OS X 10.5 (für Intel-CPUs) zeitgleich mit Longhorn?

Quelle: Eigene

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.