CES: nVidia Hybrid SLI

Grafikkarte(n) und im Chipsatz integrierte Grafik arbeiten zusammen

Ähnlich wie AMD mit Hybrid CrossFire entwickelt auch nVidia eine Technik für das Zusammenspiel zwischen Grafikkarte und Chipsatz-Grafik. Anlässlich der CES hat nVidia in Las Vegas „Hybrid SLI“ erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Dahinter verbergen sich zwei Features: „HybridPower“ zur Reduzierung von Leistungsaufnahme und Geräuschentwicklung sowie „GeForce Boost“ für den Parallelbetrieb von Chipsatz-Grafik und Grafikkarte.

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Mit „HybridPower“ kann abhängig von der Belastung zwischen Grafikkarte und im Chipsatz integrierter Grafik umgeschaltet werden. Beispiel: Nach dem Start des Systems wird die Chipsatz-Grafik für den Desktop-Betrieb verwendet. Startet der Anwender ein 3D-Spiel, wird die Grafikkarte aktiviert. Das funktioniert auch in einem SLI-System, also mit zwei oder noch mehr Grafikkarten. Grundlage ist der „System Management Bus“ (SMBus), der zu PCI Express gehört.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Grafikkarten benötigen keinen Strom und verursachen auch keine Lüftergeräusche, solange sie nicht benutzt werden.
Aktuelle Grafikkarten unterstützen HybridPower noch nicht, das ist der nächsten Generation von nVidia vorbehalten.
Der Monitor wird dabei an das Mainboard und nicht mehr an eine Grafikkarte angeschlossen, d.h. bei Verwendung der Grafikkarte muss der Inhalt des Grafikspeichers über den PCI Express Bus und durch den Chipsatz zum Monitoranschluss transportiert werden. Nach Ansicht von nVidia reicht die Bandbreite von PCI Express 2.0 aus, um dies ohne Leistungseinbußen machen zu können.
Interessant ist HybridPower vor allem für Notebooks mit eigenem Grafikchip auf dem Mainboard, zieht in diesem Fall niedrigerer Stromverbrauch doch eine längere Betriebsdauer nach sich. Aber auch High-End Systeme können natürlich davon profitieren, vor allem von einer geringeren Lautstärke. Bemerkenswert ist auch, dass damit selbst High-End Chipsätze künftig über integrierte Grafik verfügen werden. Dies war bislang Mainstream-Chipsets vorbehalten, die in Systemen ohne eigene Grafikkarte eingesetzt wurden.

Das zweite Feature von Hybrid SLI ist „GeForce Boost“. Dabei sollen Chipsatz-Grafik und Grafikkarte parallel arbeiten, um die Leistung zu verbessern. Allerdings ist dies nur mit Mainstream-Grafikkarten sinnvoll. Unterstützt werden neben kommenden Grafikchips auch die aktuell erhältlichen GeForce 8400 GS und 8500 GT. Bei schnelleren Grafikkarten soll GeForce Boost das System allerdings verlangsamen.
Der neue GeForce 8200 Chipsatz wird die wichtigste Plattform für GeForce Boost werden, auch wenn andere kommende Chipsätze dieses Feature ebenfalls unterstützen. Die integrierte Grafik des GeForce 8200 ist DirectX10-kompatibel und besitzt die integrierte Videobeschleunigung „PureVideo HD“, mit der MPEG, VC-1 und H.264 Dekodierung für z.B. HD-DVD und Blu-ray Filme komplett vom Grafikchip übernommen werden können, so dass keine CPU-Belastung entsteht. Außerdem unterstützt der GeForce 8200 HyperTransport 3.0 und PCI Express 2.0.

Neben dem GeForce 8200 im Einsteiger-Bereich hat nVidia noch folgende Chipsätze angekündigt: nForce 780a SLI, nForce 750a SLI und nForce 730a. Alle vier unterstützen die neuen AMD-Prozessoren und Hybrid SLI mit GeForce Boost, aber der nForce 730a muss auf HybridPower verzichten. Der nForce 780a SLI kann bis zu drei PCI Express Graphics (PEG) Steckplätze ansteuern (ein PCIe x16 und zwei PCIe x8) und unterstützt damit Triple-SLI. Der nForce 750a SLI muss sich mit zwei PEG-Slots (zweimal PCIe x8) begnügen.
Alle neuen Chipsätze sollen noch in diesem Quartal auf den Markt kommen. Wann die für HybridPower notwendigen neuen Grafikkarten erscheinen, verriet nVidia noch nicht.
Eine Einschränkung noch zum Schluss: nVidia Hybrid SLI benötigt Windows Vista.

Logos: HybridPower links und GeForce Boost rechts
HybridPower
GeForce Boost
nForce 780a SLI Chipsatz
nForce 750a SLI Chipsatz
nForce 780a SLI Mainboard
Anschlüsse eines nForce 780a SLI Mainboards
Was unterstützt was und wird von wem unterstützt?

Quelle: Eigene

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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