Intel verdient deutlich weniger

Wirtschaftskrise beschert Intel Einbrüche bei Umsatz und Gewinn

Intel ist seit langem eines der gesündesten Unternehmen der Welt. Am Mittwoch noch erwähnte Hannes Schwaderer, Chef von Intel Deutschland, auf einem Presse-Event, dass Intel 86 Quartale in Folge neue Rekordzahlen präsentieren konnte. Damit ist jetzt Schluss. Die gestern abend vorgelegten Zahlen des vierten Quartals 2008 lassen Ernüchterung aufkommen. Verluste aber konnten vermieden werden, Intel bleibt trotz Gewinneinbruch von 90 Prozent in den schwarzen Zahlen.

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Der Umsatz von Intel lag im vierten Quartal des letzten Jahres bei 8,23 Milliarden US-Dollar. Das sind 23 Prozent weniger als im vierten Quartal des Vorjahres (2007) und auch 19 % weniger als im dritten Quartal 2008. Weniger Umsatz in einem vierten Quartal gab es zuletzt 2002.
Der Nettogewinn ging noch deutlicher zurück und lag zuletzt nur noch bei $234 Millionen. Das sind 90 % weniger als im Vorjahresquartal und auch 88 % weniger als im Quartal zuvor. Man muss weit zurückblicken, um ein Quartal mit noch niedrigerem Gewinn zu finden. Das war im dritten Quartal 2001 der Fall.
Auch das Ergebnis des Gesamtjahres ist durch das vierte Quartal schlechter als noch 2007. Der Umsatz ging 2008 um 2 % auf $37,6 Mrd. zurück, der Nettogewinn sank sogar um 24 % auf $5,3 Mrd.
Gründe für das vergleichsweise schlechte Ergebnis des vierten Quartals sind insgesamt deutlich niedrigere Verkaufszahlen von Mikroprozessoren und Chipsätzen als noch im dritten Quartal. Eine Ausnahme stellen Intel Atom CPUs und Chipsätze dar. Deren Verkäufe stiegen um 50 %.
Der durchschnittliche Verkaufspreis von Prozessoren blieb insgesamt stabil. Rechnet man die billigen Atom-CPUs heraus, lag der durchschnittliche Verkaufspreis sogar höher.

Intel-Chef Paul Otellini gibt sich trotz Wirtschaftskrise optimistisch: „Intel hat auch in der Vergangenheit schon schwierige Zeiten überstanden und wir wissen, was zu tun ist, damit wir auch weiterhin erfolgreich sein werden. Unsere neuen Technologien und neuen Produkte werden uns helfen, das Marktwachstum zu entfachen und Erfolg zu haben, wenn sich die Wirtschaft erholt.“

Prognosen mag Intel „aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit und der eingeschränkten Vorhersehbarkeit“ derzeit keine abgeben. Für das traditionell ohnehin eher schwache erste Quartal dieses Jahres plant Intel aber mit einem Umsatz von nur ungefähr 7 Milliarden US-Dollar. Auch der Gewinn dürfte niedrig ausfallen, weil Intel mit einer geringeren Auslastung seiner Produktionsanlagen rechnet und die Kosten für den Anlauf der Fertigung in 32 Nanometer Technik dazu kommen.

Hier der Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung bei AMD und Intel seit Anfang des vorletzten Jahres:

Quartal Firma Umsatz Gewinn
1.2006 Intel $8940 Mio $1357 Mio
AMD $1330 Mio $185 Mio
2.2006 Intel $8009 Mio $885 Mio
AMD $1220 Mio $89 Mio
3.2006 Intel $8739 Mio $1301 Mio
AMD $1328 Mio $119 Mio
4.2006 Intel $9694 Mio $1501 Mio
AMD $1773 Mio -$527 Mio
1.2007 Intel $8852 Mio $1636 Mio
AMD $1233 Mio -$611 Mio
2.2007 Intel $8680 Mio $1278 Mio
AMD $1378 Mio -$600 Mio
3.2007 Intel $10090 Mio $1860 Mio
AMD $1632 Mio -$396 Mio
4.2007 Intel $10712 Mio $2271 Mio
AMD $1770 Mio -$1772 Mio
1.2008 Intel $9673 Mio $1443 Mio
AMD $1505 Mio -$358 Mio
2.2008 Intel $9470 Mio $1601 Mio
AMD $1349 Mio -$1189 Mio
3.2008 Intel $10217 Mio $2014 Mio
AMD $1776 Mio -$67 Mio
4.2008 Intel $8226 Mio $234 Mio
AMD

Konkurrent AMD wird sein aktuelles Quartalsergebnis nächste Woche Donnerstag nach Börsenschluss bekannt geben.

Quelle: Pressemitteilung

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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