Ist OnLive dem Untergang geweiht?

DirectX-Erfinder kritisiert aktuelles Cloud-Gaming-Modell

Das Prinzip des Cloud-Gamings ist umstritten. Konamis Hideo Kojima, Entwickler der „Metal Gear Solid“-Reihe, feiert es etwa als Revolution. Anderer Meinung ist da Alex St. John, einer der Mit-Erfinder der Grafik-Schnittstelle DirectX. Laut St. John seien Cloud-Gaming-Angebote wie OnLive von vornherein „dem Untergang geweiht“, da sie auf falschen Voraussetzungen basierten. Aktuell seien Spiele-Publisher noch zu sehr durch ihre Bindungen an herkömmliche Ladenketten gekettet, als das OnLive ein Erfolg werden könnte.

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St. John glaubt, dass es völlig neuer Geschäftsmodelle im Publishing-Bereich bedürfte, um OnLive zu einem Erfolg zu machen: „Die knallharte Wahrheit ist, dass traditionelle Spiele, die auf den Ladenverkauf ausgelegt sind, nicht in die Online-Welt passen. Die Publisher dieser Titel werden aussterben, wenn sie sich nicht anpassen“, konstatiert St. John. „Einfach dieselben Inhalte statt im Ladengeschäft nun online als Streams anzubieten, ist doch keine Lösung“, erklärt der ehemalige Microsoft-Mitarbeiter.

St. John glaubt, dass es neue Spiele und neue Geschäftsmodelle um die Software herum braucht, um Cloud-Gaming zum Erfolg zu bringen. OnLive sei noch zu sehr an bestehenden Praktiken orientiert. Demnach müssten Publisher wie EA oder TakeTwo beiseite treten und Nachfolgern Platz machen. Humoristisch setzt St. John hinzu: „Eigentlich gilt das auch für Activision, aber die wurden ja schon von ´World of Warcraft´ gekauft“.

Quelle: TechRadar

André Westphal

Redakteur

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