Intel Larrabee für HPC

Mehrkernlösung nicht für Grafik, aber für High-Performance Computing

Im Mai hatte Intel den Tod von ‚Larrabee‚ als dedizierte 3D-Grafiklösung nochmals bestätigt. Das Konzept des Vielkern-Prozessors wird aber nicht aufgegeben, sondern nur anderweitig verwendet. Anlässlich der „Super Computing Conference“ in Hamburg hat Intel verraten, dass das Projekt Larrabee künftig für „High-Performance Computing“ (HPC) und hauptsächlich für wissenschaftliche und Entwicklungszwecke eingesetzt werden soll. Außerdem wurde etliche neue Details genannt.

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Aus den Larrabee Grafikchips wird eine neue Serie von Mehrkern-Prozessoren mit dem Codenamen ‚Knights‘ (Ritter). Sowohl bei Larrabee als auch bei Knights können dutzende von x86 CPU-Kernen in einen einzigen Chip integriert werden. Intel nennt diese Technologie nun „Many Integrated Core (MIC) Architektur“. Die ersten MIC Produkte werden auf Larrabee basieren, also auf der Technik, von der Intel glaubt, dass sie nicht mit den etablierten Grafikchips von AMD und Nvidia mithalten kann.
Knights ist also der Nachfolger von Larrabee und das erste Design wird natürlich stark an Larrabee angelehnt sein. Intel sagte aber auch, dass zukünftige Designs die MIC Architektur auch ganz anders umsetzen können. Knights Chips werden als Coprozessoren für herkömmliche CPUs dienen. Eventuell werden andere Hersteller Knights in selbstentwickelten Systemen aber auch als Hauptprozessoren einsetzen.
Der erste MIC Prozessor von Intel trägt den Codenamen „Aubrey Isle“ und besteht aus 32 Kernen, die mit 1,2 GHz getaktet sind. Der Chip unterstützt Hyper-Threading, das gleichzeitige Abarbeiten mehrerer Aufgaben, sogar in 4-facher Form, d.h. Aubrey Isle kann sogar 128 Threads parallel bearbeiten. In Desktop-CPUs ist Hyper-Threading nur „2-fach“ implementiert, also mit zwei Threads pro Kern. Jeder Kern von Aubrey Isle verfügt über 256 KByte Level-2 Cache, auf den die anderen Kerne aber zugreifen können. Für alle Kernen stehen außerdem 1 bis 2 GByte an externen GDDR5-Speicher zur Verfügung.
Intel zeigte Aubrey Isle auf einer PCI Express Erweiterungskarte, die den Codenamen „Knights Ferry“ trägt. Diese Karte wird bereits ausgeliefert, aber sie ist nur für Entwickler gedacht, nicht zum Verkauf. Das erste richtige Produkt für den Markt wird eine andere Karte sein (Codename: „Knights Corner“) mit einem neuen MIC Prozessor. Dieser Chip, dessen Codename noch unbekannt ist, soll mindestens 50 Kerne besitzen und schon in 22-Nanometer-Technik gefertigt werden, die Intel im nächsten Jahr einführen will.

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Quelle: Microprocessor Report

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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