Intel einigt sich mit der FTC

US-Wettbewerbshüter erteilen Intel viele Auflagen

Im Dezember letzten Jahres hatte die Federal Trade Commission (FTC) in den USA das offizielle Verfahren gegen Intel wegen zahlreicher Wettbewerbsverstöße eröffnet. Vergleichsweise zügig geht es nun bereits mit einer Einigung zu Ende. Intel muss keine Strafe zahlen, sich aber vielen Auflagen stellen. Intel bestreitet zwar weiterhin die Vorwürfe, stimmt den Anordnungen der FTC aber zu und will ihnen Folge leisten. Damit will die FTC den Wettbewerb auf dem Chipmarkt für einige Jahre sicher stellen.

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Die Auflagen der FTC verbieten Marktführer Intel u.a., seinen Kunden Rabatte zu gewähren, wenn diese auf Produkte der Konkurrenz wie z.B. Prozessoren von AMD verzichten, oder den Kunden Vergünstigungen vorzuenthalten, nur weil diese auch Konkurrenzprodukte einkaufen.
Intel wurde außerdem dazu verpflichtet, den PCI Express Bus noch mindestens sechs Jahre zu verwenden, so dass weiterhin Grafikkarten (von der Konkurrenz wie AMD/ATI und Nvidia) eingesetzt werden können. Diese dürfen außerdem nicht absichtlich in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt werden. PCIe darf aber natürlich weiterentwickelt werden für künftige PC-Plattformen.
Weiterhin muss Intel VIA Technologies eine Verlängerung der Lizenz zur Entwicklung und zum Vertrieb von x86 Prozessoren anbieten. Aktuell läuft die Lizenz noch bis 2013, die Verlängerung soll dann bis 2018 gelten.
Intels Lizenznehmer dürfen ihre Produkte nun auch außerhalb ihrer eigenen Fabrikationsstätten fertigen lassen, ohne dass Intel ihnen mit Entzug der Lizenz drohen darf, nur weil sie die Technik an ihren Fertigungspartner weitergeben, damit dieser alles korrekt produziert. Der Fertigungspartner muss allerdings natürlich Stillschweigen darüber bewahren.
Ein weiterer Punkt sind die Compiler von Intel. Intel wurde vorgeworfen, dass die Compiler unterschiedlich schnelle Anwendungen produzieren, abhängig davon, ob ein Prozessor von Intel oder von AMD im System steckt. Dies darf nicht (mehr) vorkommen und Intel muss den Software-Entwicklern, die ihre Anwendungen neu kompilieren wollen oder müssen, entsprechende Ausgleichzahlungen leisten.

Intel gibt offiziell keinen der Vorwürfe zu, hat den Vorgaben der FTC aber zugestimmt, „um den Kosten und der Ablenkung durch das Verfahren der FTC ein Ende zu machen“, so Doug Melamed, Intel Senior Vice President. Die Einigung mit der FTC habe auch keine Auswirkungen auf das finanzielle Ergebnis von Intel, heißt es.

Quelle: Reuters

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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