GeForce GTX 590 vs. Radeon HD 6990 - Seite 3

Zwei Dual-Chip-Grafikkarten von Zotac und ASUS im Duell

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ASUS EAH6990

Preis ca. 560 Euro (Stand: 24.3.2011)
Hersteller ASUS
Beilagen Adapter Mini-DP auf HDMI, Adapter Mini-DP auf DVI (aktiv), Adapter Mini-DP auf DVI (passiv), Strom-Adapter 2x PCIe 6-Pin auf 1x PCIe 8-pin, CrossFire-Brücke, Schnellinstallationsanleitung (mehrsprachig, u.a. 2 S. Deutsch)
Software Treiber, diverse Tools

Box

ASUS setzt bei der EAH6990 auf das klassische Design seiner Verpackungen, aber der Lieferumfang ist etwas größer als bei günstigeren Grafikkarten. So liegen beispielsweise – und wie von AMD bei Vorstellung der Radeon HD 6990 angekündigt – gleich drei Adapter bei, um mehr als einen Monitor per DVI anschließen zu können, obwohl nur ein DVI-Port vorhanden ist. Die Adapter für DVI (zwei) und HDMI (einer) sind zwar gut, aber wir hätten uns zusätzlich noch einen für Mini-DisplayPort auf DisplayPort gewünscht. Auch auf eine Spielevollversion muss man leider verzichten.
Die beigelegte Schnellanleitung ist sehr allgemein und kurz und vergisst wie so oft die dringend empfohlene Deinstallation älterer Treiber. Auch die gezeigten Anschlüsse passen nicht zur 6990. Auf CD gibt es ein ausführlicheres, deutsches Handbuch (61 S.), das ist aber auch recht allgemein gehalten und passt nicht so recht auf diese Grafikkarte.
Gut sind dagegen die Staubschutzkappen für DVI-Port und PCIe-Stecker.


ASUS EAH6990

Im Desktop-Betrieb (Idle) ist der 7-cm-Radiallüfter der Radeon HD 6990 hörbar in einem ansonsten leisen System. Das ist nicht ‚Silent‘, aber für die meisten Anwender dürfte es noch akzeptabel sein. Der Lüfter dreht dabei mit 1300 Upm.
Unter Last wird es im Dauerbetrieb leider sehr laut, dann steigt die Lüfterdrehzahl über 3000 Upm und man erinnert sich an die vielfach zum Vergleich herangezogenen Geräusche von Fön oder Laubbläser. Das ist natürlich abhängig von der jeweiligen Anwendung, aber in modernen Spielen kommt das eigentlich so gut wie immer vor. Hier kommt man um Kopfhörer nicht herum.
Die Chiptemperatur liegt im Desktop-Betrieb (Idle) bei rund 44°C und damit etwas höher als bei der GeForce GTX 590. Bei Belastung ist es allerdings etwas weniger. Wir haben maximal 75°C gemessen. Das ist aber auch kein Wunder bei dem derart hoch drehenden Lüfter. Man bleibt so natürlich auch deutlich unter dem kritischen Bereich um 100°C.


Rückseite der Grafikkarte

Die Radeon HD 6990 besitzt fünf Monitoranschlüsse und alle sind gleichzeitig nutzbar. Oben gibt es einen CrossFire-Anschluss für den Parallelbetrieb mit einer zweiten Radeon HD 6990 und zwei 8-Pin PCIe-Anschlüsse für die Stromversorgung vom Netzteil.
Mit 30,5 cm ab Slotblech ist die 6990 genauso lang wie AMDs Dual-Chip-Grafikkarte der vorherigen Generation – die Radeon HD 5970 – und damit 2,5 cm länger als die GTX 590 und sogar 3,5 cm länger als Radeon HD 6950 und 6970 sowie GeForce GTX 570 und 580. Auch das Gewicht von 1170 Gramm toppt das der GTX 590 um mehr als 10 %.

Auf der Grafikkarte gibt es neben dem CrossFire-Anschluss einen kleinen Schiebeschalter, der sich zunächst unter einem gelben Aufkleber versteckt. Nachdem man die eindrückliche Warnung auf dem Aufkleber gelesen und diesen entfernt hat, kommt der Overclocking-BIOS-Switch zum Vorschein.


Overclocking-Schalter

Mit diesem Schalter wird der Standard-Chiptakt von 830 auf 880 MHz und die Chipspannung von 1,12 auf 1,175 Volt erhöht. Je nach Hersteller verliert man dadurch seine Garantieansprüche, sollte die Grafikkarte in diesem Status Schäden nehmen. Allerdings ist hier das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen.
Der Speichertakt der 6990 liegt bei 1250 MHz und wird durch das Overclocking-BIOS auch nicht erhöht.
Im Desktop-Betrieb bzw. bei keiner Belastung werden diese Frequenzen wie gewohnt stark reduziert, um den Stromverbrauch zu senken. Wie bei Radeon HD 6970 und 6950 sind es dann 250/150 MHz für Chip und Speicher.

Bilder

CCC Hardwareinfos

CCC Overdrive

GPU-Z

GPU-Z Sensoren

Beim Anschluss eines zweiten Monitors werden die Taktraten bekanntlich nicht so stark abgesenkt, um Bildfehler durch mangelnde Synchronisation zu vermeiden. Die Radeon HD 6900 Grafikkarten laufen beim Betrieb mit mehr als einem angeschlossenen Monitor mit ihrem jeweiligen vollen Speichertakt, aber der Chiptakt ist niedriger. Wie bei der 6950 sind es bei der 6990 dann 450/1250 MHz.
Die unterschiedlichen Taktraten haben nicht nur Auswirkungen auf den Stromverbrauch, sondern auch auf Chiptemperatur und Lüfterlautstärke.
Der Lüfter der Radeon HD 6990 läuft beim Anschluss von mehr als einem Monitor mit rund 1400 Upm, also kaum schneller und geräuschvoller als zuvor. Die Chiptemperatur lag in unserem Fall bei 56°C statt 44°C.


Radeon HD 6990

Abstürze traten beim Test der Radeon HD 6990 erfreulicherweise nicht auf, aber es gab ein Problem mit der neuen Betaversion des Catalyst Control Center (CCC 11.4). Nach dem Start von Windows und dem Laden des CCC kam es innerhalb weniger Sekunden zu zahlreichen Bildfehlern, so dass das Betriebssystem nicht mehr bedienbar war. Vermutlich wurde ein falscher Speichertakt gemeldet oder ausgelesen. So haben wir nur den Treiber installiert – ohne CCC – und die Treibereinstellungen über die ATI Tray Tools vorgenommen, was problemlos funktionierte.

Overclocking


ATI Tray Tools

Auch die Übertaktung der Radeon HD 6990 konnten wir somit nicht über das CCC vollziehen und haben dafür ebenfalls die ATI Tray Tools verwendet. Übertaktet wurde auf Basis des Overclocking-BIOS, weil hier eine höhere Chipspannung anliegt. So haben wir Taktraten von 940/1450 MHz erreicht, ohne dass im Dauerbetrieb Abstürze oder Bildfehler aufgetreten sind. Das entspricht einer Steigerung von 7 bzw. 16 % gegenüber dem OC-BIOS. Im Vergleich zur Standardeinstellung konnte der Grafikchip sogar um 13 % übertaktet werden. Das Ergebnis war ein 5 bzw. 10 % höheres Resultat im 3DMark Vantage Extreme-Test.

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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