GeForce GTX 590 vs. Radeon HD 6990 - Seite 2

Zwei Dual-Chip-Grafikkarten von Zotac und ASUS im Duell

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Zotac GeForce GTX 590

Preis ca. 620 Euro (Stand: 24.3.2011)
Hersteller Zotac
Beilagen Kabel DVI auf HDMI (2 m), DVI-VGA-Adapter, 2 Strom-Adapter 2x PCIe 6-Pin auf 1x PCIe 8-pin, Kurzinstallationsanleitung (mehrsprachig, u.a. 1 S. Deutsch), Handbuch (Englisch, 22 S.), Gutschein für „Assassin’s Creed Brotherhood“
Software Treiber, diverse Tools

Box

Zotac verwendet ausnahmsweise mal nicht die übliche Verpackung für die GeForce GTX 590, sondern eine recht stabile Klappbox mit einer Papp-Banderole, auf der Produktname, Features und Beilagen abgedruckt sind. Der Lieferumfang ist recht groß. Insbesondere die beiden Stromadapter dürften für viele Anwender, deren Netzteil entweder gar keinen oder nur einen 8-Pin PCIe-Anschluss besitzt, wichtig sein. Das 2 Meter lange Kabel von DVI auf HDMI ist dagegen sehr nett. Ein Adapter für Mini-DisplayPort auf DisplayPort wäre aber auch noch nützlich gewesen.
Die auch auf Deutsch angebotene Kurzanleitung zur Installation der Grafikkarte ist sehr knapp gehalten und vergisst den Hinweis auf die Deinstallation alter Treiber. Das nur in Englisch verfügbare Handbuch ist deutlich umfangreicher und detaillierter, aber sehr allgemein und nicht auf die GTX 590 abgestimmt.
Positiv hervorzuheben ist der Gutschein für das gerade erschienene Top-Spiel Assassin’s Creed Brotherhood. Das entspricht einem Wert von aktuell immerhin rund 40 Euro.


Zotac GeForce GTX 590

Der Kühler der GeForce GTX 590 wird von einem 90-mm-Lüfter dominiert, der mittig zwischen beiden Grafikchips platziert ist und die Luft sowohl nach hinten als auch nach vorne transportiert. Im Desktop-Betrieb (Idle) läuft er mit 40 %, was rund 1500 Upm entspricht. Der Lüfter ist dabei hörbar und nicht leise, aber bei weitem nicht als laut einzustufen. Insgesamt ist er so noch als akzeptabel zu bezeichnen – vor allem für diese Leistungsklasse.
Unter Last wurde es überraschenderweise kaum geräuschvoller. Im Dauerbetrieb dreht der Lüfter bis auf 49 % hoch, was mit etwa 1800 Upm gleichzusetzen ist. Das ist aber immer noch nicht wirklich laut.
Die Temperatur der Grafikchips lag im Desktop-Betrieb (Idle) bei rund 40°C. Bei Belastung wie z.B. mit einem 3D-Spiel oder -Benchmark stiegen sie auf bis zu 78°C an. Das ist zum Einen noch recht weit vom kritischen Bereich um 100°C entfernt und zum Anderen ein guter Wert angesichts des immer noch nicht lauten Lüfters.
Das Temperaturlimit der GeForce GTX 590 liegt übrigens wie bei der GTX 580 bei 97°C. Erst dann wird automatisch heruntergetaktet, um Schäden an der Grafikkarte zu vermeiden.


Rückseite der Grafikkarte

Bei den Monitoranschlüssen hat Nvidia ausgenutzt, dass zwei Grafikchips vorhanden sind, denn nun können mehr als zwei, nämlich vier Monitore gleichzeitig angesteuert werden. Dafür stehen drei Dual-Link DVI-Anschlüsse und ein Mini-DisplayPort bereit. Außerdem gibt es wie üblich einen SLI-Anschluss oben auf der Karte – in diesem Fall für Quad-SLI im Parallelbetrieb mit einer zweiten GeForce GTX 590. Für die Stromversorgung vom Netzteil gibt es zwei 8-Pin PCIe-Anschlüsse.
Mit einer Länge von 28 cm ab Slotblech und einem Gewicht von 1044 Gramm ist die GeForce GTX 590 sowohl leichter als auch kürzer als die Radeon HD 6990. Im Vergleich zu GeForce GTX 570 und 580 sowie Radeon HD 6900ern ist sie 1 cm länger, aber ungefähr gleich schwer.
Ein nettes Zusatz-Feature ist der im Betrieb beleuchtete GeForce-Schriftzug oben auf der Grafikkarte, der blinkt, wenn nicht genug Strom anliegt. Das kommt natürlich nur in Gehäusen mit Seitenfenster oder im offenen Aufbau zur Geltung.


GeForce-Logo leuchtet

Die Zotac GeForce GTX 590 läuft mit den Standard-Taktraten dieses Grafikkartenmodells. Der Chip taktet also mit 607 MHz und die Shader-Einheiten wie gewohnt mit der doppelten Frequenz (1215 MHz). Der Speichertakt beträgt 854 MHz, wird aufgrund der Verwendung von GDDR5 aber vielfach auch mit 1708 MHz oder sogar 3414 MHz angegeben.
Im Desktop-Betrieb bzw. bei keiner Belastung werden diese Frequenzen wie gewohnt stark reduziert, um den Stromverbrauch zu senken. Bei der GeForce GTX 590 sind es dann 50,6/101/67,5 MHz für Chip, Shader und Speicher. Außerdem wird dabei die Chipspannung von 0,925 auf 0,8750 Volt reduziert.

Bilder

Hardwareinfos

GPU-Z

GPU-Z Sensoren

Bei den Grafikkarten früherer Generationen wurden die Taktraten in den meisten Fällen nicht ganz so weit oder gar nicht gesenkt, wenn man mehr als einen Monitor angeschlossen hat. Die GeForce 500 Serie geht die Sache anders an. Schließt man zwei Monitore mit der gleichen Auflösung an, taktet sie sich soweit herunter wie mit nur einem Monitor. Kommen unterschiedliche Auflösungen zum Einsatz, läuft die Karte mit den höchsten Frequenzen.
Durch die zwei Grafikchips auf der GTX 590 ist das hier nochmal etwas anders. Schließt man zwei Monitore so an, dass sie von beiden Grafikchips und nicht nur von einem angesteuert werden, so sollen beide Chips auch bei verschiedenen Monitorauflösungen auf die geringste Taktstufe absinken. Dabei ist Chip A für DVI 1 und DVI 2 zuständig und Chip B für DVI 3 und HDMI.
Im Test konnte dies allerdings nicht bestätigt werden. Unabhängig davon, wo welcher Monitor angeschlossen war, lief immer ein Chip mit den niedrigsten Taktraten und der zweite mit den höchsten. Vielleicht ist dies aber noch auf den frühen Treiber zurückzuführen oder kann durch ein BIOS-Update behoben werden.
Im Vergleich zum Betrieb mit nur einem Monitor steigen dadurch der Stromverbrauch der Grafikkarte und die Temperatur des einen Grafikchips an. Während der heruntergetaktete Chip bei seinen 40°C blieb, wurde der andere (hochgetaktete) Chip rund 59°C warm. Das wiederum führt zu einem etwas schneller drehenden Lüfter, der auf 44 % und damit ca. 1600 Upm beschleunigt. Das ist dann gut hörbar und etwas geräuschvoller als zuvor, aber noch gut zu ertragen.


Zotac GeForce GTX 590

Probleme oder Abstürze traten beim Test der GeForce GTX 590 erfreulicherweise nicht auf.

Overclocking


Zotac Firestorm Overclocking-Tool

Unser Exemplar der Zotac GeForce GTX 590 ließ sich auf bis zu 680/1850 MHz (Chip/RAM) übertakten, ohne dass im Dauerbetrieb Bildfehler oder Abstürze auftraten. Das entspricht Steigerungen von 12 bzw. 8 Prozent gegenüber dem Standard. Das Resultat war ein um 8 % höheres Ergebnis im 3DMark Vantage Extreme-Test und der erstmalige Sprung einer einzelnen Grafikkarte über die 20.000-Punkte-Marke in dieser Disziplin (20.017 statt 18.471 Punkte).

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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