RAM-Hersteller wollen fusionieren

Elpida, Micron & Nanya positionieren sich gegen Samsung & Co.

Nach einem Bericht der japanischen Zeitung Yomiuri befindet sich Elpida in Gesprächen mit Micron und Nanya über eine mögliche Fusion der drei Speicherhersteller. Der Plan ist offenbar, sich gegen die südkoreanische Konkurrenz (Samsung und Hynix) zu verbünden. Elpida ist der letzte japanische RAM-Produzent und benötigt wohl finanzielle Mittel, um Ende März und Anfang April fällige Schulden zurückzahlen zu können.

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Elpida selbst hat den Bericht von Yomiuri als „teilweise falsch“ bezeichnet, ist aber nicht auf Details eingegangen und hat nicht gesagt, welche Teile korrekt sind.
Nach Ansicht von Analysten ist die Fusion eine „interessante Idee“, aber da drei Länder involviert sind – Micron sitzt in den USA und Nanya in Taiwan – sei sie schwer durchführbar. Außerdem sei Elpida auch selbst in der Lage, seine Schulden zu begleichen.
Kaut Yomiuri werde Elpida eventuell versuchen, eine Finanzspritze in Höhe von bis zu 1 Milliarde Euro von der „Innovation Network Corp of Japan“ zu bekommen, die in Technologieunternehmen investiert. Die Höhe der Schuldenzrückzahlung für Elpida in zwei Monaten liegt bei umgerechnet knapp über 900 Millionen Euro.
Elpida-Präsident Yukio Sakamoto hat sich letzte Woche unplanmäßig in den USA aufgehalten, berichten anonyme Quellen, um die Pläne mit Micron zu diskutieren. Es gibt aber noch keine Informationen über Fortschritte in dieser Richtung.
Micron arbeitet schon seit einiger Zeit mit Nanya zusammen. Beide Firmen hatten 2008 eine zehnjährige, strategische Vereinbarung über die gemeinsame Entwicklung neuer Speicherchiptechnologien geschlossen.
Nanya schreibt bereits seit fast zwei Jahren rote Zahlen, wird aber weiterhin von der taiwanesischen Muttergesellschaft „Formosa Plastics“ finanziert, zu der u.a. auch VIA Technologies gehört.
Auch mit Toshiba, die ebenfalls in Japan zuhause sind, hat Elpida über eine mögliche Unterstützung gesprochen, aber Toshiba selbst hat eine Beteiligung als „unwahrscheinlich“ bezeichnet, nachdem man sich schon vor rund 10 Jahren aus dem Speichergeschäft zurückgezogen hatte.

Samsung und Hynix sind die beiden größten Speicherchiphersteller der Welt und liegen mit einigem Abstand vor Micron, Elpida und Nanya, die die Plätze 3 bis 5 einnehmen.

Quelle: Reuters.com

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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