Apple: Mögliche E-Book-Preisabsprachen

US-Staatsanwaltschaft geht gegen den Hersteller vor

Der Online-Händler Amazon hatte sich 2009 den Markt für E-Books mit einer Quasi-Monopolstellung gesichert: Dank der Verbindung aus den Kindle-Lesegeräten, dem benutzerfreundlichen Online-Store und den am Markt günstigsten Preisen konnte kein anderer Anbieter im Marktsegment für E-Books mit Amazon konkurrieren. Dies soll neben den Verlagen besonders Apple ein Dorn im Auge gewesen sein, so dass der Hersteller aus Cupertino angeblich mit den sechs mächtigsten US-Buchverlagen geheime Absprachen traf, um die Preise für E-Books nach oben zu treiben.

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Ob jene Vorwürfe zutreffen, die von der US-Staatsanwaltschaft gegen Apple erhoben werden, soll nun Bezirksrichterin Denise Cote entscheiden. Die Verlage, gegen die natürlich die gleichen Vorwürfe erhoben wurden, haben sich bereits ohne Gerichtsprozesse mit der Staatsanwaltschaft geeinigt. Apple lässt es hingegen auf ein Verfahren ankommen.

Der Prozess ist riskant, denn sollte man Apple für schuldig befinden, hätte das Unternehmen gegen US-Wettbewerbsrecht verstoßen und der Ruf der Firma dürfte leiden. Aktuell sieht es danach aus, als ob die Staatsanwaltschaft erdrückende Beweise gegen Apple habe, berichten mehrere Quellen. Apple wolle jedoch nicht einfach ein Schuldeingeständnis ablegen, um sein Gesicht zu wahren.

Prekär sind in diesem Zusammenhang mehrere dokumentierte Aussagen des verstorbenen Apple-Geschäftsführers Steve Jobs, der noch 2011 gegenüber seinem Biographen gesagt hat: „Wir haben es den Verlagen klar gesagt: Wir stellen ein neues Modell auf die Beine, in dem die Verlage und nicht die Händler die Preise für E-Books bestimmen. Apple bezieht dafür auf den hauseigenen Plattformen seine 30 % Provision. Ja, die Kunden zahlen etwas mehr als zuvor, aber danach streben die Verlage ja ohnehin.“ Apple relativiert diese Aussagen damit, dass Steve Jobs damit lediglich eine Prognose abgegeben habe.

Die Staatsanwaltschaft wirft Apple vor, nicht nur selbst mit den Verlagen Preisabsprachen getroffen zu haben, sondern auch weitere Absprachen unter den Verlagen angefeuert zu haben. Von Apple ging auch die Idee aus, die Buchpreise durch die Verlage und nicht die Händler bestimmten zu lassen – in den USA lief es die letzten 100 Jahre andersherum. Apple wiederum behauptet die Verlage hätten dieses Konzept völlig unabhängig von Apple entwickelt.

Quelle: TheVerge

André Westphal

Redakteur

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