AMD: Mehr Umsatz, aber Verluste

Verlust gegenüber Vorjahr halbiert, aber sequentiell gestiegen

Nach Intel hat nun auch AMD das Ergebnis des zweiten Quartals vorgelegt. Trotz höheren Umsatzes bleibt der Chip-Entwickler weiterhin in den roten Zahlen. Die Verluste waren sogar noch größer als im ersten Quartal, obwohl der Umsatz im gleichen Zeitraum um 3 % anstieg. Gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres sind die Verluste aber immerhin mehr als halbiert worden.

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Im zweiten Quartal konnte AMD einen Umsatz von 1,44 Milliarden US-Dollar verbuchen. Das sind 3 % mehr als im Quartal zuvor und sogar 24 % mehr als im üblicherweise zum Vergleich herangezogenen gleichen Quartal des Vorjahres. Allerdings sind die Verluste gegenüber dem ersten Quartal gestiegen – von $20 Mio. auf zuletzt $36 Mio. AMD betont gleichzeitig, dass man wie im ersten Quartal vor Steuern einen Gewinn verzeichnen konnte und außerdem den operativen Gewinn deutlich gesteigert hat – von $49 Mio. im ersten Quartal auf jetzt $63 Mio. Im zweiten Quartal letzten Jahres lagen sowohl das operative Ergebnis als auch das Ergebnis vor Steuern in den roten Zahlen.
Gleichzeitig stiegen aber auch die Schulden von AMD: von zuvor $2,14 Mrd. auf jetzt $2,21 Mrd.

AMD-Chef Rory Read zeigte sich zufrieden mit der ersten Jahreshälfte und bezeichnete sie als „solide“ mit starkem Umsatzwachstum und einer verbesserten finanziellen Situation. „Unsere Transformationsstrategie liegt im Plan und wir erwarten für das Gesamtjahr einen Gewinn vor Steuern und eine Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr“, meinte Read weiter. „Wir werden unser Business-Modell weiter verstärken und AMD zu einer flexibleren Firma machen, die differenzierte Lösungen für einen diversiven Markt anbietet.“

AMDs Prozessorbereich (Computing Solutions) konnte den Umsatz ganz leicht steigern im Vergleich zu Anfang des Jahres, ging aber um 20 % zurück gegenüber 2013. Letzteres hat seinen Grund in gesunkenen Verkaufszahlen. Gleichzeitig stieg aber der durchschnittliche Verkaufspreis von AMDs Prozessoren und der zuletzt wieder gestiegene Umsatz liegt laut AMD am besseren Angebot für Notebooks.
AMDs Grafikeinheit (Graphics and Visual Solutions) konnte deutliche Umsatzsteigerungen verbuchen: +5 % gegenüber dem ersten Quartal und sogar +141 % im Jahresvergleich – überwiegend aufgrund von höheren Verkaufszahlen der „semi-custom SoC“, womit die Herzstücke von Sony PlayStation 4 und Microsoft Xbox One gemeint sein dürften. Gleichzeitig ging nämlich der Umsatz mit Grafikchips zurück, da weniger Grafikkarten verkauft wurden. Gestiegene Verkaufszahlen von professionellen Grafikkarten und von Desktop-GPUs für OEMs konnten das nicht kompensieren. Außerdem ging der durchschnittliche Verkaufspreis von GPUs zurück.

Für das aktuell laufende dritte Quartal erwartet AMD einen um 2 % höheren Umsatz als in den vergangenen drei Monaten (plus/minus 3 %).

Hier der Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung von AMD und Intel seit Anfang 2006:

Quartalszahlen
Quartal Firma Umsatz Gewinn
1.2006 Intel $8.940 Mio $1.357 Mio
AMD $1.330 Mio $185 Mio
2.2006 Intel $8.009 Mio $885 Mio
AMD $1.220 Mio $89 Mio
3.2006 Intel $8.739 Mio $1.301 Mio
AMD $1.328 Mio $119 Mio
4.2006 Intel $9.694 Mio $1.501 Mio
AMD $1.773 Mio -$527 Mio
1.2007 Intel $8.852 Mio $1.636 Mio
AMD $1.233 Mio -$611 Mio
2.2007 Intel $8.680 Mio $1.278 Mio
AMD $1.378 Mio -$600 Mio
3.2007 Intel $10.090 Mio $1.860 Mio
AMD $1.632 Mio -$396 Mio
4.2007 Intel $10.712 Mio $2.271 Mio
AMD $1.770 Mio -$1.772 Mio
1.2008 Intel $9.673 Mio $1.443 Mio
AMD $1.505 Mio -$358 Mio
2.2008 Intel $9.470 Mio $1.601 Mio
AMD $1.349 Mio -$1.189 Mio
3.2008 Intel $10.217 Mio $2.014 Mio
AMD $1.776 Mio -$67 Mio
4.2008 Intel $8.226 Mio $234 Mio
AMD $1.162 Mio -$1.424 Mio
1.2009 Intel $7.145 Mio $629 Mio
AMD $1.177 Mio -$416 Mio
2.2009 Intel $8.024 Mio -$398 Mio
AMD $1.184 Mio -$330 Mio
3.2009 Intel $9.389 Mio $1.856 Mio
AMD $1.396 Mio -$128 Mio
4.2009 Intel $10.569 Mio $2.282 Mio
AMD $1.646 Mio $1.178 Mio
1.2010 Intel $10.299 Mio $2.442 Mio
AMD $1.574 Mio $257 Mio
2.2010 Intel $10.765 Mio $2.887 Mio
AMD $1.653 Mio -$47 Mio
3.2010 Intel $11.102 Mio $2.955 Mio
AMD $1.618 Mio -$118 Mio
4.2010 Intel $11.457 Mio $3.180 Mio
AMD $1.649 Mio $375 Mio
1.2011 Intel $12.847 Mio $3.160 Mio
AMD $1.610 Mio $510 Mio
2.2011 Intel $13.032 Mio $2.954 Mio
AMD $1.574 Mio $61 Mio
3.2011 Intel $14.233 Mio $3.468 Mio
AMD $1.690 Mio $97 Mio
4.2011 Intel $13.887 Mio $3.360 Mio
AMD $1.691 Mio -$177 Mio
1.2012 Intel $12.906 Mio $2.738 Mio
AMD $1.585 Mio -$590 Mio
2.2012 Intel $13.501 Mio $2.827 Mio
AMD $1.410 Mio $37 Mio
3.2012 Intel $13.457 Mio $2.972 Mio
AMD $1.269 Mio -$157 Mio
4.2012 Intel $13.477 Mio $2.468 Mio
AMD $1.155 Mio -$473 Mio
1.2013 Intel $12.580 Mio $2.045 Mio
AMD $1.088 Mio -$146 Mio
2.2013 Intel $12.811 Mio $2.000 Mio
AMD $1.161 Mio -$74 Mio
3.2013 Intel $13.483 Mio $2.950 Mio
AMD $1.461 Mio $48 Mio
4.2013 Intel $13.834 Mio $2.625 Mio
AMD $1.589 Mio $89 Mio
1.2014 Intel $12.764 Mio $1.947 Mio
AMD $1.397 Mio -$20 Mio
2.2014 Intel $13.831 Mio $2.796 Mio
AMD $1.441 Mio -$36 Mio

Quelle: AMD

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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