Sprachsteuerungen gefährden Autofahrer

Aktuelle Systeme lenken laut Studie viel zu stark ab

Laut einer Studie der amerikanischen Stiftung AAA für Verkehrssicherheit lenken Sprachsteuerungen Autofahrer weit stärker ab als bisher angenommen. Die aktuell als „sicher“ beworbenen Systeme zum Telefonieren ohne Einsatz der Hände erhöhen sogar eher die kognitive Ablenkung gegenüber dem direkten Griff zum Smartphone. Zugleich liefert die Studie laut den Urhebern Hinweise darauf, wie man Sprachsteuerungen und In-Car-Systeme entwerfen könnte, welche tatsächlich das Autofahren sicherer machen. In erster Linie müsste sich die Benutzerfreundlichkeit extrem erhöhen.

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Denn die Komplexität der Bedienung sei es, welche aktuell für Ablenkung beim Fahren sorge. Deswegen rät die AAA Autofahrern derzeit beim Fahren möglichst auf den Einsatz von Sprachsteuerungen komplett zu verzichten. Der CEO der AAA, Bob Darbelnet, findet deutliche Worte: „Wir haben nun ermittelt, dass ausgerechnet die als Sicherheitsfunktionen beworbenen Produkte unabsichtlich die kognitive Ablenkung beim Autofahren noch erhöhen.“

Im Rahmen der Studie nutzte man Testfahrzeuge mit Pulsmessern und anderen Sensoren, um etwa die Reaktionszeiten der Fahrer zu ermitteln. Dann verglich man beliebte Sprachsteuerungen anhand der kognitiven Belastungen, welche sie generieren. Wenig überraschend kam dabei heraus, dass die Ablenkung desto höher wird, je ungenauer die Spracherkennung arbeitet. Egal war dagegen, ob die Sprachsteurung eine eher natürliche oder künstlich klingende Stimme eingesetzt hat. Besondere Aufmerksamkeit schenkte man in der Studie Apples Sprachsteuerung Siri. Leider erzeugt Siri eine besonders hohe Ablenkung und ist daher für den Einsatz während der Fahrt nicht empfehlenswert.

Am besten schnitt im Test Toyotas System EnTune ab, während Chevrolets MyLink für am meisten Ablenkung sorgte. Auch Mercedes und sein System COMAND und MyFord Touch rangieren eher am unteren Ende der Skala. Etwas positiver kommen Hyundai Blue Link und Chrysler Uconnect weg. Die AAA will nun mit Entwicklern von Sprachsteuerungen und Automobilherstellern intensiver zusammenarbeiten, um die Sicherheit beim Fahren bzw. bei der Nutzung von derlei Systemen zu erhöhen.

Quelle: AAA

André Westphal

Redakteur

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