Sexismus-Rating für Videospiele?

Schweden denkt über neue Einstufungen nach

In Schweden denkt der Branchenverband Dataspelsbranchen darüber nach Computer- und Videospiele mit einer Art Sexismus-Rating zu versehen. So sollen die Spiele danach bewertet werden, ob sie die Geschlechter als gleichberechtigt darstellen oder Ungleichheiten propagieren. Sexismus und Stereotype sollen entsprechend zu Abwertungen führen. Die schwedische Regierung unterstützt dieses Projekt mit 272.000 schwedischen Kronen, was umgerechnet etwa 29.418 Euro enspricht. Bisher klingt das Vorhaben allerdings etwas einseitig und vor allem auf Frauen fokussiert.

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So wird der Begriff der Gleichberechtigung bzw. „Gender Equality“ hier mehr im Sinne des weiblichen Geschlechts genutzt. Etwa will man analysieren, wie weibliche Spielfiguren dargestellt werden. Dabei wird vergessen, dass auch männliche Spielfiguren oft verzerrte Bilder abgeben und Klischees verkörpern. Diese Einseitigkeit ist im Bezug auf Themen wie Gender-Mainstreaming, Gender Equality Gender Issues und Co. allerdings für Beobachter altbekannt: Leider fehlen selbst im wissenschaftlichen Bereich in der Regel neutrale Argumentationen und Studien und eigene Agenden und persönliche Ideologien treten in den Vordergrund. Oft konzentriert man sich auf Frauenforschung.

Offen ist, ob man das Sexismus-Rating in Schweden allgemein einführen könnte. Vielleicht wird es ein freiwilliges Siegel, für das sich Entwickler dann mit ihren Spielen bewerben könnten, um sie eventuell besser zu vermarkten. Schwierig könnte der Umgang mit Titeln wie „GTA V“ sein: Das Open-World-Spiel stellt sowohl Männer als auch Frauen absichtlich stereotyp dar, um satirisch zu überzeichnen. Hier kann man sowohl im positiven Sinne von Gesellschaftskritik sprechen oder aber negativ schlichtweg Klischees vermerken. Insofern könnte das geplante Sexismus-Rating bei solchen Spielen vor vielen Hürden stehen.

Quelle: TheLocal

André Westphal

Redakteur

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