Amazon klagt gegen Fake-Rezensionen

Händler geht gegen professionellen Anbieter vor

Es ist eine Premiere: Der Online-Händler klagt wegen Fake-Rezensionen / Händler-Bewertungen auf der hauseigenen Plattform. Natürlich ist bekannt, dass viele Produkt-Reviews auf Amazon.de, Amazon.com, Amazon.co.uk und Co. entweder Gefälligkeits-Kritiken sind (speziell bei Jungautoren und Fachbüchern sehr verbreitet) oder aber professionell von Firmen in Auftrag gegeben wurden. Nun wurde es Amazon allerdings zu bunt: Der Konzern klagt gegen einen Dienstleister, der Fake-Rezensionen gegen Bares verhökerte. Wer wollte, konnte sich gegen entsprechende Bezahlung 4- oder 5-Sterne Bewertungen kaufen.

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Damit geht Amazon erstmals offensiv gerichtlich gegen die gefälschten Reviews vor. Offener gewerblicher Handel mit den Rezensionen ging wohl doch einen Schritt zu weit. Amazon klagt konkret gegen den Kalifornier Jay Gentile, den Betreiber der Websites buyazonreviews.com, buyamazonreviews.com, bayreviews.net und buyreviewsnow.com. Als Grund nennt Amazon: „Auch wenn es sich insgesamt nur um wenige Reviews handelt, bedrohen derartige Fälschungen dennoch das Vertrauen, das Kunden, Verkäufer und Hersteller in Amazon setzen. Dadurch wird unsere Marke geschädigt.“

Die Fake-Review-Seiten hatten recht ausgefuchste Pläne: Partnern legte man nahe an die eingebundenen Pseudo-Rezensenten einfach leere Kartons zu schicken, um gegenüber Amazon den Eindruck zu erwecken das jeweilige Produkt sei tatsächlich gekauft worden. Amazon klagt nun wegen Markenrechtsverletzungen (die Fake-Review-Websites nutzten das Amazon-Logo), unfairen Wettbewerbs und Betrug. Ziel Amazons ist es, dass der Betrieb der Websites eingestellt und Schadensersatz gezahlt wird.

Quelle: GeekWire

André Westphal

Redakteur

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